Vielfalt der Lokalpolitik
Harz am Handball, günstige Buchstaben und PR-Slang: Das war die Fragestunde im Frauenfelder Gemeinderat

14 Fragen aus dem Gemeinderat, deren drei aus dem Kinderrat, vier Mitglieder des Stadtrats, die Red und Antwort stehen mussten: Die diesjährige Fragestunde des Frauenfelder Stadtparlaments am Mittwochabend hatte es in Sachen Themenvielfalt einmal mehr in sich.

Mathias Frei
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Wenn nur noch Beten hilft: ein Bild aus der diesjährigen Fragestundensitzung des Gemeinderats.

Wenn nur noch Beten hilft: ein Bild aus der diesjährigen Fragestundensitzung des Gemeinderats.

Bild: Reto Martin

Wer in der Badi bei «PR-Fachleute versus gute Texter» gewinnt

Ralf Frei, Gemeinderat SP.

Ralf Frei, Gemeinderat SP.

Bild: PD

Wieso einmal «Schlossbadi Frauenfeld» und ein anderes Mal «Schloss Badi Frauenfeld»? Das fragt sich Ralf Frei (SP). Stadtrat Fabrizio Hugentobler spricht vom immerwährenden Kampf zwischen Kommunikation und Marketing. «Korrektes Deutsch oder peppiges Design.» Sture Köpfe seien bei diesen Fragen aufeinander getroffen. Einer davon war offenbar Hugentobler. In der Umgangssprache frage man wohl auch in Zukunft: «Chunsch no id Badi?» Ob dieser Antwort meint Frei, eine Ergänzungsfrage sei sinnlos.

Wann der zweite Basketballkorb auf dem Kappeler-Spielplatz kommt

Andreas Elliker, Stadtrat SVP.

Andreas Elliker, Stadtrat SVP.

Bild: Ralph Ribi

Fabio Fischer vom Kinderrat will wissen, wann der Kappeler-Spielplatz saniert wird und ob es dann einen zweiten Basketballkorb gibt. Das sei halt schwierig in der Politik, sagt Stadtrat Andreas Elliker. «Mir geht es auch immer zu langsam.» Im Plan sei, den Spielplatz in drei bis fünf Jahren zu sanieren. Bis dahin würden keine neuen Spielgeräte installiert. Was Elliker versprechen kann: Dass es im Vorfeld dieser Sanierung eine Mitwirkung gibt für die Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiers sowie auch für den Kinderrat.

Stefan Eggimann gleich zum GPK-Präsidenten gewählt

Am Mittwochabend standen auch mehrere Ersatzwahlen an. Seine erste Sitzung im Rat erlebte EVP-Stadtparteipräsident und Unternehmer Stefan Eggimann. Und er schaffte gleich die Wahl zum Präsidenten (und auch Mitglied) der Geschäftsprüfungskommission (GPK) Bau und Werke – notabene einstimmig. Er übernimmt das Amt vom zurückgetretenen Stefan Geiges (Mitte). Für Renate Luginbühl (EVP) übernimmt in der besagten GPK Ruth Krähenmann Hoenen (Mitte). Für die zurückgetretene Luginbühl wurde zudem Nathanael Hug (Mitte) ins Ratsbüro gewählt. (ma) 

Was für einkommensschwache Einwohnerinnen gemacht wird

Priska Brenner-Braun, Gemeinderätin Grüne.

Priska Brenner-Braun, Gemeinderätin Grüne.

Bild: PD

Der Strom wird teurer, die Krankenkassenprämien steigen. Wie in dieser Situation die Stadt einkommensschwache Einwohnerinnen und Einwohner unterstützen kann, fragen Susanne Weibel (SP) und Priska Brenner-Braun (Grüne). Stadträtin Barbara Dätwyler Weber bescheidet ihnen, dass Sozialhilfe zum Tragen kommt, wenn sie aktiv ersucht wird. Aktuell liegt der Ansatz für Energiekosten bei einem Vier-Personen-Haushalt bei 96 Franken. Über eine Erhöhung des Grundbedarfs in der Sozialhilfe für 2023 kann der Regierungsrat Ende Jahr entscheiden. Wie die Stadträtin sagt, sei der Erlass von Strom- oder Gasrechnungen schwierig, weil dieser Bereich gebührenfinanziert arbeite.

Wieso Harz das Handballerleben ungleich schwerer macht

Nathanael Hug, Gemeinderat Mitte.

Nathanael Hug, Gemeinderat Mitte.

Bild: PD

Ganz kurz ein wenig gehässig wird es bei der Frage nach dem vorgeschriebenen Einsatz von Ballharz bei Handballspielen, was wiederum die Nutzung von verschiedenen Sporthallen in Frauenfeld verunmöglicht. Nathanael Hug (Mitte) bezeichnet die Erklärung von Stadtrat Fabrizio Hugentobler als «komisch», angesichts der «berechtigten Frage». Der Stadt sei die Haftmittel-Problematik bekannt. Harz ist nur in der Auenfeld-Halle beim Waffenplatz in der Rüegerholzhalle zugelassen. Die Armee braucht ihre Halle aber zunehmend selber. Hugentobler sieht einen Lösungsansatz in der Optimierung der Hallennutzungen. Und aus der Sportinfrastruktur-Umfrage sollen auch noch Erkenntnisse kommen. Dass die Stadt die fast schon historische Militärsporthalle vom Bund kauft oder im Baurecht übernimmt, ist derzeit kein Thema, wie Stadtrat Andreas Elliker sagt. Denn seitens Armasuisse seien dazu keine Pläne bekannt.

Impressionen aus der Fragestunde des Gemeinderats des TZ-Fotografen Reto Martin.

Wie viel bei einem Amt sieben Buchstaben weniger kosten

Fabrizio Hugentobler, Stadtrat FDP.

Fabrizio Hugentobler, Stadtrat FDP.

Bild: PD

Schon die Umbenennung der Werkbetriebe in Thurplus fand Pascal Frey (SP) fragwürdig. Nun will er wissen, was die «sinnlose Namensänderung» des Amts für Freizeitanlagen und Sport und des dazugehörigen Departements gekostet hat. Diese Anpassung macht hingegen aus Sicht von Stadtrat Fabrizio Hugentobler Sinn. Druckmaterial sei wegen der Namensänderung keines entsorgt worden. Und die Mitarbeitenden der Sportanlagen würden die Arbeitskleider mit den alten Bezeichnungen austragen. Hugentobler rechnet vor, dass die ganze Anpassung rund 900 Franken gekostet hat. Da der Wortzusatz «-anlagen» weggefallen ist, hat einer der sieben Buchstaben weniger einen Aufwand von 130 Franken generiert.

Wie es für Thurplus um den Wind in Thundorf steht

Ivo Begic, Gemeinderat GLP.

Ivo Begic, Gemeinderat GLP.

Bild: PD

Thurplus steht betreffend geplantem Windpark in Thundorf seit längerem in Kontakt mit der EKZ als Projektentwicklerin. Das sagt Stadtrat Fabrizio Hugentobler auf die Frage von Ivo Begic (GLP). «Aus energiepolitischer Sicht ist unsere Haltung positiv.» Aber weil man die Gemeindeautonomie hochhalte, werde man sich bei einer etwaigen Stellungnahme der Regio Frauenfeld anschliessen. Geplant sei, eine Absichtserklärung für eine Zusammenarbeit mit der Windparkbetreiberin zu unterzeichnen, wenn dies an der Zeit sei. Dabei werde man die Zuständigkeiten für die dann benötigten Finanzkompetenzen einhalten, sagt Hugentobler.

Wie viele Stufen die Mitwirkung in der Innenstadt hat

Pascal Frey, Gemeinderat SP.

Pascal Frey, Gemeinderat SP.

Bild: PD

«Jetzt wird es technisch», sagt Stadtrat Andreas Elliker auf Pascal Freys (SP) Frage nach dem zeitlichen Ablauf der Innenstadtaufwertung und der entsprechenden Mitwirkung. Aktuell sei man in der Vergabe der Planungsaufträge. Im neuen Jahr sollen diese Arbeiten dann beginnen. Die entsprechende Mitwirkung ist dreistufig konzeptioniert, der erste Mitwirkungsschritt soll Mitte 2023 vonstattengehen, weitere Partizipativmöglichkeiten soll es 2024 und 2025 geben. Eine Begleitgruppe mit Vertreterinnen und Vertretern aus der Bevölkerung wird von Anfang an aktiv sein.