Rockmusik
Junge Wilde bis ältere Semester: Frauenfeld rockt mit einheimischen Bands und den alten Haudegen von Shakra

Das Finale von «Frauenfeld rockt» ging am Samstag im Casino zunächst mit den Siegerbands aus den Vorentscheidungen Black Rain Reloaded und SaMe Old Story über die Bühne. Als Dessert heizte den Fans die Schweizer Formation Shakra ein.

Manuela Olgiati
Drucken
Impressionen während des Auftritts von Shakra.
23 Bilder
Grimmige Visagen sind Programm.
Ein Erinnerungsfoto darf nicht fehlen.
Andere nehmen es ruhiger.
Die Frauenfelder Bandmitglieder von Black Rain Reloaded.
Die Fans flippen aus.
Moderatorin Jasmin Barberio stellt die Jurymitglieder vor.
Die Frauenfelder Band Same Old Story.
Die Gewinnerband Black Rain Reloaded.

Impressionen während des Auftritts von Shakra.

Bild: Benjamin Manser

«Das rockige Gesamtkonzept ist ein Hammererlebnis.» So resümiert Andreas Anderegg den Hauptanlass von «Frauenfeld rockt» vom Samstagabend im Casino. Der OK-Präsident freute sich schliesslich wie alle auf die Berner Rockband Shakra, die als Headliner auftrat. Anderegg sagt: «Mit ‹Shakra› geht die Post ab.»

Andreas Anderegg, OK-Präsident.

Andreas Anderegg, OK-Präsident.

Bild: Manuela Olgiati

Die rund 250 Fans kommen von weit her. Das Ehepaar Joshi und Marina aus Deutschland kauft noch schnell ein Shirt im Fanshop. Eine andere Rockerin sagt:

«Rockmusiker zeigen Gefühl.»

Zu ihrer Hochzeit habe ihr «Shakra» persönlich gratuliert. Auch im Casino sind die Reaktionen aus dem Publikum positiv. «Shakra» gilt als die Nachwuchsband von Krokos. Im dritten Jahrzehnt ihres Bestehens stehen die alten Haudegen für ehrlichen Powerrock rein. «Frauenfeld-rockt»-Vorstandsmitglied Marcel Dreyer hat die Berner Hardrocker ins Boot geholt. Er sagt: «Wir fördern an diesem erstklassigen Event aber auch den rockigen Nachwuchs.»

Lob für das lokale Musikschaffen

Vor «Shakra» haben nämlich die beiden Siegerbands des vorgängigen Wettbewerbs, Black Rain Reloaded (Frauenfeld) und SaMe Old Story (Pfyn), einen mitreissenden Auftritt gefeiert. Eine illustre Gästeschar wippt zur Musik. Ivan Gubler, Präsident des 13er-Rates der Narrengesellschaft Murganesen, lobt das lokale Musikschaffen. Christian Preter gefällt die Ambiance.

Die Band SaMe Old Story spielt kernigen Rocksound.

Die Band SaMe Old Story spielt kernigen Rocksound.

Bild: Manuela Olgiati

Fans singen vor der Abschrankung oder stehen still zur lauten Musik. Die Sicherheitsleute passen auf. Mitarbeiter Salvatore sagt:

«Das Rockkonzert ist ein friedvoller Anlass.»

Eine Besucherin schwärmt vom jungen, gutaussehenden Gitarristen. Mirjam Hubers Cowboystiefel hängen über dem Absperrgitter. Seit 25 Jahren nicht mehr getragen, sei das Schuhwerk zu unbequem geworden, lacht sie. Doch tanzen gehe schliesslich auch in Socken. Besucherin Anita Schmelzer und ihr Mann unterstützen den Gitarristen und Sänger Bruno Bianchi.

Mit «Frauenfeld rockt» knüpft der gleichnamige Verein an die Vergangenheit der Rockmusik in Frauenfeld an. Das Open Air Frauenfeld sei von der einst riesigen Rockparty zum Hip-Hop-Event mutiert, kritisieren Vereinsmitglieder. Im Gegensatz zu den grossen Outdoor-Festivals ist «Frauenfeld rockt» hingegen eine Indoor-Veranstaltung für Nachwuchs-Rockbands, bei dem im Vorfeld das Publikum über den Sieg mitentschieden hat. Immerhin kommt am 29. Juni auch auf der Grossen Allmend die Rockmusik zurück nach Frauenfeld, am Out in the Green unter anderem mit den Headlinern Metallica.

Bekannte Radio-Frau moderiert

Nun bewertet eine prominente Jury die Konzerte. Die Jurymitglieder stellen sich zu Beginn einzeln vor. Elegant umgeht H. Elias Fröhlich, Musikredaktor beim «Blick» und Chefredaktor der Pop/Rocky-Zeitschrift, den Fragen der bekannten Radio-Top-Moderatorin Jasmin Barbiero. Vor den Konzerten will er sich nicht zu den besten äussern. Jurymitglied und Bandleaderin Lina Button, unter bürgerlichem Namen als Brigitt Zuberbühler bekannt, sagt:

«Ich mache mir Notizen und ziehe Vergleiche.»
Moderatorin Jasmin Barbiero stellt auf der Bühne die Jurymitglieder vor, ganz rechts mit Lina Button sowie H. Elias Fröhlich (zweiter von links).

Moderatorin Jasmin Barbiero stellt auf der Bühne die Jurymitglieder vor, ganz rechts mit Lina Button sowie H. Elias Fröhlich (zweiter von links).

Bild: Manuela Olgiati

Die jungen Musiker von SaMe Old Story – Sandro Meuri (Sänger), Marc Felber (Leadgitarre). Ruben Wohler (Rhythmusgitarre), Kay Mettler (Drums) und Tobias Bumbacher (Bassgitarre) – feiern zu Beginn erstmals überhaupt einen Bühnenauftritt mit rockigem Sound und punkten vor allem beim jüngeren Publikum. Erst 2020 gegründet, zeigen die jungen Musiker mit Eigenkompositionen ihr Können. Leadsänger Sandro Meuri zieht das Publikum mit ein, das Konzert fordert in 45 Minuten seinen Tribut mit griffigen Texten über «Discipline» bis «In the Middle». Gitarrist Felber sagt:

«Wir freuen uns, dass wir überhaupt das erste Mal auf einer so grossen Bühne auftreten durften.»

Die Mitfünfziger der anderen Finalband namens Black Rain Reloaded – Roger Büechi (Vocals), Bruno Bianchi (Guitar, Vocals), Klaus Hinteregger (Drums) und Jörg Zehnder (Bass, Vocals) – sprechen vom Soul, den sie in harten, kernigen «Pure Rock» umsetzt.

Die Spannung im Saal steigt kurz vor der Rangverkündigung. Schliesslich holt Black Rain Reloaded den ersten Rang und gewinnt den Preis über 4500 Franken. Die Band wird zudem in einem Musikstudio professionell drei Lieder einspielen dürfen. Ebenso werden die Hardrocker ihren weiteren Auftritt am Mitsommerfest vom 18. Juni um 19.15 Uhr auf der Stadtbühne feiern. «See you there, Rockers!»