Fussball-WM
Rambazamba am Postkreisel? So bereiten sich die Stadt Frauenfeld und die Kantonspolizei Thurgau auf die Fussball-WM vor

Vom 20. November bis 18. Dezember geht in Katar die Fussball-WM zum ersten Mal im Winter über die Bühne. Um gegen ausufernde Fanaktivitäten gewappnet zu sein, hat die Stadt Frauenfeld mit Hilfe der Kantonspolizei Thurgau Vorbereitungen getroffen.

Samuel Koch
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Zumindest mit italienischen Flaggen gibt es heuer keine Autokorsos am Postkreisel, zumal die «Squadra Azzurra» für Katar nicht qualifiziert ist.

Zumindest mit italienischen Flaggen gibt es heuer keine Autokorsos am Postkreisel, zumal die «Squadra Azzurra» für Katar nicht qualifiziert ist.

Bild: Andrea Stalder (Frauenfeld, 12.07.2021)

Das Novum ist unausweichlich. Denn erstmals überhaupt findet im Winter eine Fussball-Weltmeisterschaft statt. Daher ist es schwierig voraussehbar, ob und wie sich die Fanaktivitäten in der Frauenfelder Innenstadt entwickeln. Trotzdem hat die Stadt mit der Kantonspolizei Thurgau Vorkehrungen getroffen, um ab dem 20. November bereit zu sein. Werner Spiri als Leiter des zuständigen Amtes für Sicherheit sagt:

«Wir haben im Hintergrund Vorbereitungen getroffen, um im Fall der Fälle bereit zu sein.»
Werner Spiri, Leiter Amt für Sicherheit.

Werner Spiri, Leiter Amt für Sicherheit.

Bild: Mathias Frei

So sollen die Fussballfans selbst bei winterlichen Temperaturen möglicherweise mit Mützen und Handschuhen die Chance erhalten, am Postkreisel spontane Freudenfeste zu erleben. Der Stadtrat hat dafür eine Bewilligung unter Auflagen erteilt, wie es in einer Mitteilung heisst. Mit an Bord bei der Umsetzung der Regeln ist die Kantonspolizei, die jeweils kurzfristige Verkehrssperrungen durchsetzt und den Rayon zwischen Holdertor- und Roseneggkreisel sowie beim Einlenker Schlossmühle-/Zürcherstrasse absperrt.

Fanmeile in Frauenfeld

Dazu soll der motorisierte Verkehr zumindest bei neun Vorrundenspielen mit Beteiligung der Schweiz, Portugal und Kroatien temporär um das Zentrum geleitet werden. Italien fürchten die Behörden nicht, zumal sich die «Squadra Azzurra» für die Fussball-WM in Katar nicht qualifiziert hat.

Ob ein Einsatz ad hoc notwendig ist, hängt vom Resultat der Spiele ab. «Wir sperren dann ab, wenn sich Leute und Autos gleichzeitig auf der Strasse befinden und es zur heiklen Situation kommen könnte», meint Spiri. Unabhängig des Fanaufmarsches jederzeit den Postkreisel passieren müssen das Wiler-Bähnli sowie die Stadtbusse.

Gefahr durch Wiler-Bähnli und Hochspannungsleitungen

Die Stadt Frauenfeld wappnet sich seit 2008 für Fanaktivitäten rund um den Postkreisel, funktioniert habe die Handhabe bis dato immer gut. «Bisher gab es nur wenige brenzlige Situationen», meint Spiri. Er erinnert sich an Personen, die auf die Kupplung des Wiler-Bähnli aufsprangen oder den Lichtmasten im Kreisel hinaufkletterten, wo Hochspannungsleitungen befestigt sind. Deshalb wird der Werkhof nebst den bereitgestellten Signalisationen auch die riskanten Vorrichtungen entfernen. Spiri sagt:

«Wir wollen das Risiko minimieren, appellieren aber auch an die Vernunft der Leute.»

Nach der Vorrunde ziehen die Behörden ein Fazit und justieren je nachdem die Regeln für die Spiele ab den Achtelfinals. Ab dann unterstützt zusätzlich ein Korps der städtischen Feuerwehr die Polizei. «Die Zusammenarbeit zwischen der Kantonspolizei Thurgau und der Feuerwehr hat sich sehr bewährt», sagt Spiri, wobei von der Feuerwehr primär Personal des Verkehrszugs in Zusammenarbeit mit dem Verkehrszug Thur-Seebach eingesetzt werde, welches über die notwendige Ausbildung und Erfahrung für Verkehrslenkungen verfügt.

Ganz unabhängig davon, ob sich während der Winter-WM Fans tatsächlich draussen aufhalten: Was aus Sicherheitsgründen gänzlich verboten bleibt, ist das Abbrennen von Knallkörpern und anderen pyrotechnischen Gegenständen. Ob es überhaupt so weit kommt, dass Rambazamba rund um den Postkreisel stattfindet, wird sich weisen. Sicher ist hingegen, dass die italienischen Fans wie zuletzt während der Euro 21 nicht mit von der Partie sein werden.

Nach dem Finalspiel am Postkreisel in Frauenfeld.
12 Bilder

Nach dem Finalspiel am Postkreisel in Frauenfeld.

Bild: Andrea Stalder