«Wer liest, ist unabhängiger»

Zum dritten Mal führt die Bibliothek Reburg eine Erzählnacht durch. Reburg-Leiterin Barbara Gerber spricht im «Rheintaler»-Interview über Lesen unter der Bettdecke sowie die Ziele und das Motto des Anlasses vom 12. November.

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Barbara Gerber, Leiterin der Bibliothek Reburg, sagt: «Lesen öffnet den Menschen die Augen.» (Bild: Samuel Tanner)

Barbara Gerber, Leiterin der Bibliothek Reburg, sagt: «Lesen öffnet den Menschen die Augen.» (Bild: Samuel Tanner)

Frau Gerber, welches Buch liegt derzeit bei Ihnen auf dem Nachttisch?

Barbara Gerber: (lacht) Ich habe immer mehrere Bücher auf dem Nachttisch. Aktuell lese ich jedoch das neue Buch des Schweizer Autors Lukas Hartmann, «Finsteres Glück». Es ist natürlich ein Buch aus der Bibliothek.

Sind Sie schon seit jeher eine Leseratte?

Gerber: Ja, absolut. Früher hat mir die Grossmutter viel erzählt und vorgelesen – wir hatten keinen Fernseher. Noch heute besitze ich kein solches Gerät.

Oft las ich auch mit der Taschenlampe unter der Bettdecke. Lesen öffnet einem den Zugang zu einer neuen Welt.

Die Bibliothek Reburg organisiert bereits die dritte Erzählnacht. Wie entstand das Projekt vor drei Jahren?

Gerber: Wir wollten schon seit vielen Jahren Veranstaltungen in die Bibliothek holen, um so noch mehr Leuten die Bibliothek schmackhaft zu machen. Wegen den Platzverhältnissen war dies lange Zeit unmöglich. Vor drei Jahren haben wir schliesslich Platz geschaffen und mit der Erzählnacht begonnen.

Dieses Jahr findet der Anlass unter dem Motto: «im Geschichtenwald» statt. Was erwartet die Besucher am 12. November?

Gerber: Im ersten Teil des Abends tragen Schüler vom Schulhaus Bild selbstgeschriebene Kurzgeschichten vor. Später unterhält die Erzählerin Mo Keist mit musikalischer Begleitung von Geigerin Christina Dieterle das Publikum.

Am Ende der Veranstaltung findet die Preisverleihung des bereits ausgeschriebenen Wettbewerbes statt, und die Besucher erhalten ein «Bettmümpfeli».

Welches sind die Ziele der Erzählnacht?

Gerber: Einerseits möchten wir Leseförderung betreiben, andererseits den Leuten einen einfachen Einstieg ins Lesen bieten. Es muss ja nicht immer Goethe sein.

Wie wichtig ist denn das Lesen?

Gerber: Sehr wichtig. Wer gut lesen kann, hat es leichter im Leben und ist auch unabhängiger. Stellen Sie sich vor, Sie müssten einen Vertrag unterschreiben, ohne richtig lesen zu können. Meiner Meinung nach öffnet lesen den Menschen die Augen.

Wird heute immer noch viel gelesen, trotz Fernsehen, Computerspielen oder Spielkonsolen?

Gerber: Aus den Besucherzahlen der Bibliothek merken wir, dass zwar immer noch gern gelesen wird, aber nicht mehr so viel wie früher. Das Freizeitverhalten vieler Leute hat sich stark verändert.

Interview: Samuel Tanner

Die Erzählnacht findet am 12. November ab 19.30 Uhr in der Bibliothek Reburg in Altstätten statt.