Vizemeistertitel für Reto Sieber

MOTORSPORT. Die Ad Novum Lotus-Challenge wird 2011 nicht mehr weitergeführt. Umso schöner, dass im letzten Jahr der Widnauer Reto Sieber als einzig verbliebener Rheintaler den Vizemeistertitel holte.

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Nach dem überaus erfolgreichen Jahr 2009 mit dem Meistertitel von Reto Sieber war im Voraus klar, dass 2010 weniger Rennen auf dem Programm stehen werden, familiär bedingt. Somit waren keine Streichresultate möglich. Das Wetter spielte diese Saison ab und zu verrückt. Das führte dazu, dass am Schluss alle Rennen ohne Streicher zählten – und der zweite Rang in der Klasse das Maximum für Reto Sieber (Bild) darstellte.

Schade war auch, dass sein langjähriger Weggefährte Andreas Sieber nach seinem Gesamt-Meistertitel 2009 eine Rennpause auf unbestimmte Zeit einlegte, ebenfalls familiär bedingt. Wie gewohnt war das Rennen in Frauenfeld im April der Startschuss für die Lotus-Challenge. Wie schon im Vorjahr reichte es Sieber nicht ganz für einen Sieg. Der zweite Platz war das Ergebnis nach zwei Läufen, von denen der Schnellere zählte.

Schnell im Berner Oberland

Nach Frauenfeld ging die Reise im Mai ins Berner Oberland nach Saanen auf den ersten Flugplatz-Parcours. Dieses Rennen war schon früher ein Garant für gute Widnauer Ergebnisse. Reto Sieber konnte sich nach einem kleinen Rückstand im ersten Rennlauf mit knappem Vorsprung vor Ronaldo Dünki setzen und gewann damit das Flugplatzrennen.

Ein weiterer Höhepunkt war das Kasernenrennen in Chamblon VD. Mit seinen Bergauf- und Bergab-Stellen hat dieses Rennen den Charakter einer Rallye-Sonderprüfung. Doch das Rennen fiel buchstäblich ins Wasser: Andreas Sieber als einmaliger Gaststarter fühlte sich im Nassen nicht hundertprozentig wohl, genau wie Reto. Somit war für beide ein dritter Rang das höchste der Gefühle. Das nächste Rennen in Bière VD war der Höhepunkt im Kalender.

Das Rennen mit 6 Kilometern Länge und sagenhaften 93 Toren bot eine völlig neue und anspruchsvolle Steckenführung mit vielen Schikanen und auch sehr schnellen Passagen. Reto Sieber konnte dank seiner langjährigen Slalomerfahrung gut in Szene setzen. Mit einem zweiten Traumlauf distanzierte er seinen nächsten Verfolger in der Power-Klasse um 6,5 Sekunden.

Nach einer langen Sommerpause war Reto Sieber erst wieder Anfang Oktober beim zweiten Slalom in Romont VD bei bestem Herbstwetter am Start. Sehr gut aufgelegt, konnte er im Training mit seinem ewigen Widersacher Dünki gut Schritt halten. Es roch nach Sieg, aber die Defekt-hexe in Form eines undicht gewordenen Ladedruck-Schlauches schlug bei Siebers Lotus Elise 111r zu – dank beherztem Einsatz reichte es noch für den zweiten Platz.

Eine Woche später fand auf dem Flugplatz in Ambri das letzte Rennen der Ad Novum Lotus-Challenge statt. Dabei war es untypisch kalt und neblig im Tessin. nach einem Kopf-an-Kopf-Rennen reichte es Sieber um 0,5 Sekunden nicht für den Sieg. Mit einem zweiten Platz konnte jedoch der Vizemeistertitel in der Power-Class gesichert werden.

Zukunft ungewiss

Am kommenden Samstag wird die Schlussfeier der Ad Novum Lotus-Challenge mit einem Dinner und der traditionellen Rangverkündigung elf Jahre Lotus Trophy (2000-2007 Lotus Elise Swiss Trophy) ausklingen lassen.

Was Reto Sieber 2011 macht, steht noch in den Sternen, sicher ist dass er viel mehr Zeit mit seiner Familie verbringen wird. (pd)

Mehr Infos: www.lotus-challenge.com