REUTE: Steuern sinken um 0,2 Einheiten

Der Gemeinderat will die Steuern von 4,1 auf 3,9 Einheiten senken. Die umgebauten Schulräume konnten besichtigt werden und gefielen den Anwesenden.

Karin Steffen
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Gemeindepräsident Ernst Pletscher erläutert den Voranschlag 2017. (Bild: Karin Steffen)

Gemeindepräsident Ernst Pletscher erläutert den Voranschlag 2017. (Bild: Karin Steffen)

«Unter Berücksichtigung der Steuersenkung auf 3,9 Einheiten rechnet der Gemeinderat mit einem Aufwandüberschuss von knapp 65 000 Franken bei einem Gesamtaufwand von gut 4,6 Mio. Franken», erklärte Gemeindepräsident Ernst Pletscher am Montagabend an der öffentlichen Versammlung in der Pausenhalle in Reute. Er begründete die Steuersenkung mit den positiven Resultaten der vergangenen Jahre. Die kumulierten Jahresergebnisse von 2010 bis 2015 ergaben einen Ertragsüberschuss von 1,23 Mio. Franken. Aus dem Finanzausgleich erhielt die Gemeinde im gleichen Zeitraum 1,39 Mio. Franken. «Wir können unseren Haushalt praktisch aus eigenen Kräften bestreiten, denn ohne Finanzausgleich wären wir innerhalb dieser sechs Jahren lediglich 160 000 Franken ins Minus gerutscht», freute sich Pletscher über die Ausgangslage.

Höherer Wasserpreis seit Oktober

Für das kommende Jahr sind Bruttoinvestitionen von 934 000 Franken geplant. Der grösste Brocken geht dabei mit 880 000 Franken an das Reservoir Hirschberg. Ob das Reservoir saniert oder ein Neubau erstellt werden soll, wird noch mit dem Bezirk Oberegg abgeklärt. Die Wasserversorgung wird von beiden Gemeinden gemeinsam bereitgestellt. Die mittelfristig geplanten hohen Investitionen in der Wasserversorgung führen in den kommenden Jahren zu einem zunehmenden Abschreibungsbedarf. Um diesen zu decken, hat der Gemeinderat den Wasserpreis per Oktober 2016 um einen Franken auf 3.50 Franken angehoben, im Gegenzug den vollständig kostentragenden Abwasserpreis um einen Franken auf 1.20 Franken gesenkt.

Unter dem Strich mache das für den Endverbraucher keinen Unterschied in der Wasserabrechnung, beruhigte Pletscher.

Ob die Trottoirlücke zwischen Wolftobel und Gern bereits 2016 geschlossen werden kann, liege beim Kanton, führte Pletscher weiter aus. In diesem Fall wären weitere Investition von rund 135 000 Franken fällig. Die Überbauung Dorf 50 als Zentrumsgebäude mit Wohneinheiten, Ladenlokal und weiteren Dienstleistungen sei im Moment auf Eis gelegt, erwähnte Pletscher. Er beurteilte es als unwahrscheinlich, dass, wie vom Gemeinderat gewünscht, die Konsumgenossenschaft dereinst in ein Zentrumsgebäude ziehen werde. «Dazu brauchte es viel Mut und die Zuversicht, dass es möglich wäre, einen grösseren Kundenstamm aufzubauen», begründete er seine Einschätzung. Er könne sich jedoch auch ein reines Wohnprojekt vorstellen, eventuell mit einem Dienstleistungsunternehmen im Erdgeschoss. In der langfristigen Investitionsplanung sind dafür im Jahr 2021 rund 800 000 Franken vorgesehen.

Das «Watt» benötigt belegte Betten

Die vom Kanton festgelegten Anforderungen an die Infrastruktur und die Qualifikation des Personals im Alters- und Pflegeheim Watt (APH Watt) habe nun die Schmerzgrenze erreicht, informierte Pletscher. Im Voranschlag ist ein Betriebsdefizit von knapp 92 000 Franken vorgesehen. Dieses wird mit einem Bezug aus der Spezialfinanzierung aufgefangen. «Wichtig für den langfristigen Erhalt des APH Watt ist eine grösstmögliche Zimmerbelegung. Sonst wird es schwierig», warnte Pletscher.

Hohe Schülerzahlen machten Anpassungen nötig

Die hohen Schülerzahlen von 21 Kindern in der Basisstufe und 31 in der Mittelstufe machten Anpassungen der Schulräume nötig. Diese sind nun abgeschlossen und konnten im Anschluss an die Versammlung besichtigt werden. Die grossen hellen Räume mit der warmen Farbgebung begeisterten die Anwesenden.

«Die klugen Anpassungen erlauben es auch einer grossen Schülerzahl, konzentriert alleine ober bei Bedarf in Gruppen zu arbeiten», erklärte Schulleiter Hanspeter Hotz.