Quartier Fahr wird ins Stadtbild integriert

RHEINECK. Das etwas stiefmütterliche Dasein des südlich des Altstadtkerns gelegenen Ortsteils Fahr ist bald zu Ende. Der Rheinecker Stadtrat will im Zuge der Sanierungsarbeiten des Leitungsnetzes auch die Strassen und Plätze neu gestalten und somit dem Ortsbild angleichen.

Bea Sutter
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Das Quartier Fahr präsentiert sich heute nicht sehr attraktiv. Das möchte der Stadtrat ändern: Dieser südliche Ortsteil Rheinecks soll so gestaltet werden, dass er optisch als eine Verlängerung des alten Stadtkerns wahrgenommen wird. Das Quartier hat viel gut erhaltene Bausubstanz, die zum Teil renoviert wird. Auch entstehen zwei neue Mehrfamilienhäuser. (Bild: Bea Sutter)

Das Quartier Fahr präsentiert sich heute nicht sehr attraktiv. Das möchte der Stadtrat ändern: Dieser südliche Ortsteil Rheinecks soll so gestaltet werden, dass er optisch als eine Verlängerung des alten Stadtkerns wahrgenommen wird. Das Quartier hat viel gut erhaltene Bausubstanz, die zum Teil renoviert wird. Auch entstehen zwei neue Mehrfamilienhäuser. (Bild: Bea Sutter)

Die Stadt Rheineck legt grossen Wert auf ein attraktives Ortsbild. Der historische Stadtkern, bei der Thalerstrasse beginnend und beim Hotel Hecht endend, ist der Stolz der Rheineckerinnen und Rheinecker und ist ein beliebtes Ausflugsziel für auswärtige Gäste. Es hat sich im Laufe der Jahre so ergeben, dass an der Appenzellerstrasse, die beim Hotel Hecht die Hauptstrasse kreuzt, das «Städtli» endet, derweil geht dieses beim Velos-Motos-Geschäft von Karl Tobler weiter. Dort beginnt das Quartier Fahr.

Hier präsentiert sich ein ganz anderes Bild – keines, das Touristen anzieht. Durch die Appenzellerstrasse abgetrennt, macht es den Anschein, als gehöre dieses Quartier nicht mehr dazu.

Dass nun der Stadtrat etwas zur Aufwertung des «Fahrs» unternehmen will, geht aus der Veröffentlichung der letzten Verhandlungen hervor (Ausgabe Samstag, 7. Dezember). Im September 2012 habe sich der Stadtrat entschieden, die Neugestaltung des Gebietes Fahr in Angriff zu nehmen. Das Strassenprojekt «Sanierung/Gestaltung Fahr (Abschnitt Hauptstrasse)» liegt noch bis zum 7. Januar zur Einsichtnahme öffentlich auf.

Sanieren und neu gestalten

Stadtpräsident Hans Pfäffli erläutert: «Wir wollen das Quartier Fahr, durch das die Hauptstrasse weiterführt, dem Ortsbild des Städtlis anpassen.» Da die Wasser-, Strom- und Kanalisationsleitungen sanierungsbedürftig sind, liege es auf der Hand, auch den Strassenraum attraktiv zu gestalten. «Für Plätze sind Pflästerungen wie im Städtli geplant», sagt Hans Pfäffli. «Wir möchten, so gut es geht, das Stadtbild optisch weiterziehen.» Obwohl die Appenzellerstrasse das Ganze trennt, werde angestrebt, dass die beiden Ortsteile eine Einheit bilden. Die Gesamtkosten für Sanierung und Gestaltung wurden mit 1,5 Millionen Franken veranschlagt. An der Bürgerversammlung vom kommenden März wird über die geplanten Investitionen abgestimmt.

Aufwertung des Städtlis

Kürzlich wurden die Anwohner an einer Versammlung durch die Stadt über das Projekt orientiert. Karl Tobler, der seit über 30 Jahren das Velos-Motos-Geschäft an der Ecke Appenzellerstrasse/Hauptstrasse/Fahr betreibt, findet: «Das ist eine echte Aufwertung des ganzen Städtlis.» Für sein Geschäft sehe er es als einen grossen Vorteil, wenn das Quartier nicht mehr so «abgeschnitten» ist. Bekäme das Quartier Fahr ein attraktiveres Bild, wie die «richtige» Altstadt, so zöge es auch neue Läden und Leute an.

Viel Positives sieht auch Toni Egger, Bau-Consulting AG, Au, Planer der zwei neuen Mehrfamilienhäuser mitten im «Fahr». Der Unternehmer sagt: «Ich finde es super, dass die Hauptstrasse im gleichen Stil wie nördlich der Appenzellerstrasse weitergezogen wird. Die Wohnlage hier im <Fahr> ist ruhig und attraktiv. Darum ist es auch wichtig, dass die Strasse und die Plätze schön gestaltet werden.» Toni Egger hofft, dass noch mehr Hauseigentümer ihre Liegenschaften renovieren werden, wie es einige schon getan haben. «Dann wird das ein wirklich schönes Quartier werden und viel zur Aufwertung des ganzen Städtlis beitragen.»