Kampf um Jackpot geht weiter

Gestern wurde der Prozess um den vermeintlichen Jackpot-Gewinner fortgesetzt. Noch ist offen, ob es Gewinner und Verlierer gibt – oder ob man sich in einem Vergleich einigt.

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FELDKIRCH. Wieder war das Medieninteresse riesengross. Doch nach wenigen Minuten wich die Spannung der Enttäuschung. Die Richterin diktiert, dass sich beide Seiten weiterhin zu Gesprächen treffen wollen, um eventuell doch noch zu einer «vernünftigen» Lösung zu kommen. Was dann folgt, sind Statements der Anwälte, die inhaltlich eloquent umschreiben, was klar ist: Heute geht es in der Sache keinen Schritt weiter.

Fünf Millionen Euro gefordert

Recht redselig zeigt sich wie erwartet der verärgerte Jackpot-Gewinner. Der Schweizer hat am 26. März 2010 im Bregenzer Spielcasino am Automaten «Dolphin Treasure» gespielt. Als die Fanfaren ertönten und die Anzeige einen Gewinn von 43 Millionen auswies, war der Handwerker glücklich. Doch das Glück sollte nicht lange währen. Die Casino Austria AG argumentierte mit «technischem Defekt» und wollte das Geld nicht auszahlen.

Der Schweizer klagt nun im Zivilverfahren fünf Millionen Euro ein – ein aus Prozesskostengründen reduzierter Betrag. Das 500 000-Euro-Angebot der Casinogesellschaft hatte der Schweizer abgelehnt. Eigentlich erwarteten die Journalisten, dass eventuell der Kläger und Zeugen oder ein Automatensachverständiger gehört werden. Dazu kam es nicht.

«Ich bin nicht optimistisch»

Der vermeintliche Gewinner zeigt sich enttäuscht. Nicht im schillernden Hochzeitsanzug, dezent in Braun sagt der Bodenleger unverblümt, was er von dem Ganzen hält: «Ich bin nicht optimistisch. Es kann gut oder schlecht ausgehen. Es gibt in Österreich kein Gesetz, hier entscheiden die Reichen und das Geld. Ich will meinen Jackpot und Schluss.»

Thomas Kerle, der Anwalt des «Gewinners», betont, dass es Sinn mache, weiterhin das Gespräch mit der Gegenseite zu suchen. «Sie hatten doch ein halbes Jahr Zeit, um Gespräche zu führen», wirft ein Journalist ein. «Ein weiteres halbes Jahr werden wir nicht noch einmal warten. Ich werde versuchen, eine vernünftige Lösung zu finden», so Kerle. «Vernünftig» an einem Betrag festmachen kann er nicht. Man darf gespannt sein, wie es weitergeht. Zu dem Video, das die Casinos Austria auf breiter Front angreift und das der Austria-Presse-Agentur zugespielt wurde, betont Kerle abschiessend, dass nicht er dieses Video den Medien zugespielt habe – es sei durch eine «Indiskretion» an die Öffentlichkeit gelangt. Einige Journalisten schmunzeln, und nach und nach löst sich die Menge auf. Einen neuen Termin gibt es nicht. (ce)