Familiäre Nähe bieten

An der HV des Vereins Tagesfamilien Oberes Rheintal wurde auf die Bedeutung des Angebots zugunsten der Kinder und Eltern hingewiesen. Tagesfamilien werden nach wie vor gesucht.

Rösli Zeller
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Präsident Diego Malacrida (rechts) ehrte Aktuar Angelo Bont, Oberriet, für seine 20-jährige Tätigkeit zugunsten der Tagesfamilien im oberen Rheintal. (Bild: Rösli Zeller)

Präsident Diego Malacrida (rechts) ehrte Aktuar Angelo Bont, Oberriet, für seine 20-jährige Tätigkeit zugunsten der Tagesfamilien im oberen Rheintal. (Bild: Rösli Zeller)

MONTLINGEN. Die Dienstleistungen des Vereins Tagesfamilien (TF) haben sich in den letzten 20 Jahren kontinuierlich nach oben entwickelt. Wie Präsident Diego Malacrida in seinem Rückblick festhielt, wurden im 1995 im Oberrheintal sieben Kinder in TF betreut. 2013 waren es 60 Mädchen und Knaben. Die Oberrieter Gemeinderätin Helena Kobler würdigte in ihrem Grusswort die geleistete Arbeit der TF und unterstrich die grosse Bedeutung dieser in der Region breit abgestützten Dienstleistung. Auch ihrer Ansicht nach braucht es diese Strukturen immer mehr.

Mehr Betreuungsstunden

Die 60 Kinder wurden 2013 in 15 048 Stunden von 26 Tagesfamilien betreut. Rund 500 Betreuungsstunden wurden letztes Jahr mehr als im 2012 geleistet. 23 Kinder fanden Aufnahme bei 16 Mittagstisch-Familien. Um das Angebot der familiären Betreuung aufrechtzuerhalten, gilt es, fortlaufend Familien in allen Gemeinden des Einzugsgebiets zu finden. Dies erweist sich oft als schwierig, wie von den drei Vermittlerinnen Claudia Wüst, Sabrina Sieber und Monika Emmert zu erfahren war.

Letztes Jahr gab es laut Präsident im Dachverband grosse Veränderungen. Die Fusion zwischen dem Verband TF Schweiz und dem Verband der Kindertagesstätten und -horte wurde im Herbst vollzogen; die Verbände schlossen sich zu «kibesuisse» zusammen (Verband Kinderbetreuung Schweiz).

Verein immer an der Spitze

Mit der Fusion ist die Hoffnung nach einem erhöhten politischen Gewicht verbunden. So etwa, die Ansichten und Anliegen der ausserfamiliären Betreuung auf nationaler Ebene wirkungsvoller vertreten zu können. Der Verein TF Oberes Rheintal habe stets versucht, der Professionalität im Rahmen der TF-Arbeit nachzuleben und auch Weiterbildung der involvierten Personen anzubieten. Zudem werde versucht, den aktiven Tageseltern das Bewusstsein für aktuelle Themen der Kinderbetreuung in Erinnerung zu rufen. Dem Charakter der familiären Nähe wird ein grosser Wert beigemessen, so Präsident Malacrida. Er würdigte die grosse Arbeit der engagierten Vermittlerinnen sowie der Tageseltern. Zudem verdankte er die Beiträge der Gemeinden und aller Spender, die damit grosses Wohlwollen und Wertschätzung zum Ausdruck bringen.

Zeitintensive Suche

Wie schön und sinnvoll die Aufgabe einer TF ist, schilderten die Vermittlerinnen. Andererseits wiesen sie darauf hin, dass dringend weitere TF, aber auch Familien, die Kinder zum Mittagstisch aufnehmen, gesucht werden. Es sei sehr schade, wenn Kinder nicht an TF vermittelt werden können. Die eigenen Kinder können von den «Gast-Kindern» nur profitieren. Auskunft geben die Vermittlerinnen Monika Emmert, Rebstein/Marbach, Telefon 071 777 37 34, Sabrina Sieber, Altstätten/Eichberg, Telefon 071 722 24 18, und Claudia Wüst, Oberriet/Rüthi, Telefon 071 761 02 67. Die Vermittlerinnen bildeten sich auch im letzten Jahr wieder an Tagungen weiter, um so der stets wichtiger werdenden Aufgabe gewachsen zu sein.

Rücktritt und Ehrung

Vermittlerin Sabrina Sieber gibt ihre Demission auf diesen Frühsommer bekannt. Eine Nachfolgerin wird gesucht. Präsident Malacrida ehrte den einsatzwilligen Aktuar Angelo Bont, der sich seit 20 Jahren für die TF engagiert, vorerst bei der Pro Juventute und seit der Vereinsgründung im 2008 beim Verein TF Oberes Rheintal.