Ausdauernde Newcomerin

Alexandra Clement ist seit 2010 Bikerin und fuhr im Marathon-Weltcup schon in die Top 10.

Yves Solenthaler
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Alexandra Clement: Dritter Platz am Nationalpark-Marathon. (Bild: pd)

Alexandra Clement: Dritter Platz am Nationalpark-Marathon. (Bild: pd)

MOUNTAINBIKE. Ihr erstes Bike hat Alexandra Clement 2008 gekauft, weil sie für das geplante Sportstudium eine zweite Sportart nebst Touren-Snowboarden ausüben sollte. Das Biken ist der 27-Jährigen geblieben, die Idee des Sportstudiums hat sie aber verworfen. Heute studiert sie Betriebsökonomie an der HTW Chur.

Daneben arbeitet Alexandra Clement zu 60 Prozent in der Firma ihres Vaters (Clément Rolladen). Acht bis zwölf Stunden trainiert sie wöchentlich für ihre Leidenschaft Marathon-Mountainbike: «Der Umfang hängt auch von der sonstigen, vor allem schulischen Belastung ab. Und natürlich trainiere ich während der Saison etwas weniger als in der Vorbereitung.» Einen exakten Trainingsplan verfolgt sie nicht, ein Betreuer ihres Teams Imholz Bike Racing gibt ihr Tips. Für die nächste Saison sucht Clement aber jemanden, der ihr einen individuellen Trainingsplan zusammenstellt: «So, wie ich jetzt trainiere, besteht oft die Gefahr, entweder zu viel zu machen – oder ein schlechtes Gewissen zu haben.»

Wenn die Hinterforsterin ihre Resultate anschaut, erweist sich das schlechte Gewissen als unbegründet. Vor einer Woche hat sie den Nationalpark-Marathon über 138 Kilometer und 4010 Höhenmeter nach 7:18 Stunden auf dem dritten Rang abgeschlossen. Dies war nicht nur ihr bisher längstes Rennen, sondern auch einer ihrer grössten Erfolge – vergleichbar mit dem Sieg am Swiss Bike Masters 2011 in Küblis.

Seit dieser Saison bestreitet die Studentin auch internationale Rennen. Der Weltverband UCI hat nach einigen Jahren Unterbruch wieder die World Series im Marathon-Mountainbike eingeführt. In dieser Serie fährt Clement die Rennen in Europa – in denen sie mit zwei Top-10-Plätzen aufwartete: Dank dem siebten Rang in Südfrankreich und dem zehnten beim Dolomiti Super Bike – ihrem Lieblingsrennen («die Landschaft in den Dolomiten ist überwältigend») – hat sich die ausdauernde Rheintalerin bereits für die WM im Oktober qualifiziert.

In dieser Saison ist Clement auch einige Cross-Country-Rennen gefahren: «Diese sind gut, um die Technik zu schulen.» Oft fuhr sie am Ostschweizer Bikecup: «Die Wettkämpfe sind gut organisiert und ich kann auf dem Velo an die Rennen fahren.» Sie führt die Gesamtwertung gar an, kann diese aber kaum verteidigen – in Sagogn an diesem Wochenende muss Clement nämlich passen.

Denn morgen Sonntag fährt sie wie ihr Freund Norbert Wyss, den sie an einem Bikerennen kennengelernt hat, an der Schweizer Marathon-Meisterschaft in Moutier: Dafür hat sich Alexandra Clement ein klares Ziel gesetzt: «Aber das bleibt mein Geheimnis.»