Heilmittel
Nicht zugelassenes «Krebsmedikament» gemischt: Swissmedic büsst Goldacher Unternehmer

Ein Unternehmer und Millionär aus Goldach soll in seinem Umfeld nicht zugelassene Medikamente verkauft oder verschenkt haben. Er wurde laut «Sonntags-Zeitung» von der Heilmittelbehörde gebüsst.

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Swissmedic sieht durch die selbst gemischten Präparate des Ostschweizers «eine potenzielle Gesundheitsgefährdung von Konsumierenden».

Swissmedic sieht durch die selbst gemischten Präparate des Ostschweizers «eine potenzielle Gesundheitsgefährdung von Konsumierenden».

Bild: Rolf Jenni

Die Heilmittelbehörde Swissmedic hat einen Unternehmer und Millionär aus Goldach wegen Widerhandlungen gegen das Heilmittelgesetz verurteilt: Dies berichtet die «Sonntags-Zeitung». Es geht um nicht zugelassene Medikamente: Der Mann habe diese selber zubereitet und über die Jahre Hunderte Fläschchen davon in seinem Umfeld verschenkt oder verkauft. «Die Behörden verhängten gemäss Strafbescheid eine Busse von 16’000 Franken und eine bedingte Geldstrafe von 80’500 Franken», heisst es im Artikel. Der über 80-Jährige wolle sich auf Anfrage der «Sonntags-Zeitung» nicht zum Fall äussern.

«Speziell behandeltes Petroleum» gegen Krebs

Ein Mittel namens «Naphtha-B» wurde zur Linderung von Krebs, Tumoren und weiteren Krankheiten angepriesen. Dabei handelte es sich lediglich um speziell behandeltes Petroleum: So gehe es aus den eigenen Papieren des Unternehmers hervor, die er den Behörden ausgehändigt habe, schreibt die «Sonntags-Zeitung». Gemäss Strafbescheid habe auch die Laboranalyse eines Musters «eine Zubereitung auf der Basis von Mineralölen» ergeben. Die moderne Wissenschaft sehe bei Naphtha keine heilende Wirkung. Weiter soll der Mann ab 2019 auch jährlich rund hundert Literflaschen Magnesiumchlorid produziert haben, wobei er laut Einvernahme dieses Mittel selber entwickelt habe.

«Potenzielle Gesundheitsgefährdung»

Der Unternehmer hat sich laut «Sonntags-Zeitung» mit dem Argument verteidigt, er habe die Präparate nicht im grossen Stil verkauft und somit sei auch keine Zulassung nötig gewesen. Swissmedic sieht das anders. Die Behörde habe zwar dem Mann nicht nachweisen können, dass aus seinem Handeln eine Gefährdung von Menschen resultierte. Es sei aber nicht ausgeschlossen, dass Personen auf eine andere Behandlung verzichteten oder sich davon abhalten liessen, frühzeitig einen Arzt zu besuchen. Darum sei von einer potenziellen Gesundheitsgefährdung für Konsumierende auszugehen. (red.)