Wirtschaft und Politik
Cyberkriminelle, hohe Bautätigkeit und ein neues Reklamereglement: Das beschäftigte Gewerbetreibende am Gachnanger Behördenapéro

Zum 18. Mal: 47 Industrie- und Gewerbevertreter kamen am Montagabend zum «Treffen Industrie und Gewerbe» – einem lockeren Informations- und Gedankenaustausch mit dem Gemeinderat Gachnang im Greuterhof.

Christof Lampart
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Angeregte Gesprächen zwischen den Gachnanger Gewerbetreibenden.

Angeregte Gesprächen zwischen den Gachnanger Gewerbetreibenden.

Bild: Christof Lampart

Kurz vor Beginn ging ein Platzregen nieder. Als Gachnangs Gemeindepräsident Roger Jung im Greuterhof das mittlerweile zum 18. Mal durchgeführte «Treffen Industrie und Gewerbe» eröffnete, schien das Wetter nicht nur die Temperaturen, sondern auch die Gemüter gekühlt zu haben – sollten sie denn je wirklich erhitzt gewesen sein.

Viele Gewerbler im Greuterhof.

Viele Gewerbler im Greuterhof.

Bild: Christof Lampart

Denn die Informationen des fast vollzählig anwesenden Gemeinderates fielen ebenso konkret wie präzise aus, sodass seitens der Unternehmerinnen und Unternehmer nur wenig nachgefragt wurde. Dabei hätte es doch einige Themen gegeben, die für Diskussionen sorgen könnten. So erwähnten gleich mehrere Exekutivmitglieder die aktuell rapide zunehmende Gefahr der Cyberkriminalität und forderten die Geschäftsführenden dazu auf, ihr Personal für die Tücken des Internetbetrugs zu sensibilisieren. Gemeindepräsident Jung warnte:

«Ein falscher Klick kann ein Unternehmen ruinieren.»
Gemeindepräsident Roger Jung (Mitte) im Gespräch mit einem Gewerbetreibenden.

Gemeindepräsident Roger Jung (Mitte) im Gespräch mit einem Gewerbetreibenden.

Bild: Christof Lampart

Weiter erfuhren die Anwesenden, dass gegenwärtig 35 Ukraine-Flüchtlinge in der Gemeinde lebten und dass jährlich insgesamt 1,3 Gigawatt Strom innerhalb der Gemeindegrenzen durch Fotovoltaikanlagen ins Netz eingespeist würden. Letzteres sei zwar erfreulich, könne aber auch, im wahrsten Sinne des Wortes, zu unerwünschten Spannungen im Netz führen. Aus diesem Grund wurde den Gewerbetreibenden empfohlen, wenn möglich, beim Stromverbrauch umzudenken und «mehr am Tag als in der Nacht zu verbrauchen», um das Netz zu schonen, erklärte der für die Werke verantwortliche Gemeinderat Daniel Widmer. Hingegen, so wurde erklärt, sei das Breitband- respektive Glasfasernetz in der Gemeinde «sensationell schnell und auf dem neuesten Stand».

Sehr viele Baugesuche für Wärmepumpen und Erdwärmesonden

Gedulden muss sich manch ein Gachnanger Geschäft, wenn es zeitnah eine Reklametafel oder Leuchtschrift am Firmengebäude anbringen möchte.

Der fast vollzählige Gemeinderat im Greuterhof.

Der fast vollzählige Gemeinderat im Greuterhof.

Bild: Christof Lampart
«Die Baukommission beschäftigt sich mit vielen Reklame- und Firmenbeschriftungen. Wir werden deshalb bis Ende Jahr oder Anfang 2023 ein Reklamereglement für die Gemeinde entwerfen.»

Das gab Gemeinderätin Karin Widmer zu verstehen. Generell sei die Bautätigkeit im Dorf «immer noch sehr hoch». Man habe allein im ersten Halbjahr 2022 70 Baugesuche erhalten; im Jahr 2021 waren es total 127. Die wahrscheinlich erneute Zunahme bei den Baugesuchen bis Ende 2022 sei dabei vor allem auf die sprunghafte Zunahme an Umrüstungen von Heizungen zurückzuführen. «In den letzten zwei Monaten kamen viele Gesuche für Heizungsumrüstungen zu Wärmepumpen und Erdsonden herein», so Widmer.