Nach Festnahme in Minsk
St.Gallerin in belarussischem Gefängnis: Natallia Hersche befindet sich erneut im Hungerstreik – offenbar seit 13 Tagen

Die St.Gallerin Natallia Hersche wird weiter im belarussischen Gefängnis festgehalten. Wie das EDA bestätigt, befindet sie sich erneut in einem Hungerstreik – gemäss einer belarussischen Journalistin seit 13 Tagen.

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Unter Frauen: Die Schweizerin Natallia Hersche bei einer Kundgebung gegen Lukaschenko in Weissrussland.

Unter Frauen: Die Schweizerin Natallia Hersche bei einer Kundgebung gegen Lukaschenko in Weissrussland.

Quelle: Twitter

(ok/meb) Als Natallia Hersche im vergangenen September in Minsk gegen Lukaschenko demonstrierte, wurde sie von der Polizei in einen verdunkelten Bus gezerrt. Panisch soll sie einem Polizisten die Sturmhaube vom Kopf gezogen haben – in der Folge wurde Hersche zu einer Haftstrafe über 30 Monate verurteilt. Im Gefängnis befindet sich die schweizerisch-weissrussische Doppelbürgerin nun erneut im Hungerstreik, vermeldet die belarussische Journalistin Hanna Liubakova über Twitter.

Besuch vom besorgten Botschafter

In den Hungerstreik getreten sei Hersche vor 13 Tagen, am 22. Februar. Am Ursprung des erneuten Hungerstreiks liegt gemäss Hanna Liubakova wiederum das Blockieren von Briefzuschriften an Hersche. Bereits Ende Januar vermeldete diese Zeitung, dass Hersche in einen Hungerstreik getreten sei, weil ihr die ins Gefängnis geschickten Briefe nicht mehr ausgeliefert worden seien. Nachdem die Korrespondenzen wieder zugelassen wurden, hatte die zweifache Mutter den Hungerstreik damals beendet.

Auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA bestätigt das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) einen Gefängnisbesuch des Schweizer Botschafters Claude Altermatt vom 1. März. In diesem Rahmen sei Altermatt von Hersche über ihren Hungerstreik informiert worden. Der Botschafter habe seine Besorgnis ausgedrückt und die 52-Jährige gebeten, den Hungerstreik zu beenden – ihrer Gesundheit zuliebe.