Egnach
Der Gemeinde bietet sich mit der Übernahme des Schlosses Luxburg eine einmalige Chance

Die Egnacher haben am Sonntag Ja gesagt zu einem Darlehen im Betrag von 800'000 Franken an eine lokale Trägerschaft, die das Schloss öffentlich zugänglich machen will. Der Entscheid ist ein grosser und wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem Neuanfang.

Markus Schoch
Markus Schoch
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Das Schloss Luxburg soll zu einem Ort der Begegnung, Kultur und Bildung werden.

Das Schloss Luxburg soll zu einem Ort der Begegnung, Kultur und Bildung werden.

Bild: Markus Schoch

40 Jahre lang hatten die Egnacher keinen Zugang zum Schloss Luxburg. Besitzer Bruno Stefanini liess nicht einmal den Gemeinderat rein. Nach seinem Tod stehen die Türen jetzt sperrangelweit offen, und die Bevölkerung ist bereit einzutreten. Eine deutliche Mehrheit sagte am Sonntag Ja zu einem Darlehen der Gemeinde im Umfang von 800'000 Franken an eine lokale Trägerschaft, die das alte Gemäuer zu einem Ort der Begegnung mit Hotel und Restaurant machen will.

Die Egnacher haben in den letzten Jahren über 12 Millionen Franken in den Bau einer neuen Dreifach-Sporthalle, gegen 3 Millionen für die Sanierung des Gemeindehauses und zuletzt 1,7 Millionen Franken für den Umbau der alten Turnhalle zu einer Aula investiert. Es hätte seltsam angemutet, wenn sie jetzt nicht bereit gewesen wären, vergleichsweise wenig Geld in die Hand zu nehmen, um Zugang zu einem der historisch bedeutendsten Gebäude am Ort zu erhalten.

Der Gemeinde bietet sich die einmalige Chance, der langen, wechselvollen und von erfolglosen Projekten geprägten Geschichte des Schlosses eine ganz neue Wendung zu geben. Das Darlehen ist ein wichtiger und grosser Schritt auf dem Weg zu einem Neuanfang. Und es gibt keinen Grund daran zu zweifeln, dass er gelingen kann. Gemeinsam lassen sich Berge versetzen. Die Roggwiler haben vor bald 50 Jahren den Tatbeweis für diese Binsenwahrheit erbracht, als sie ihr verwahrlostes Schloss in langjähriger Fronarbeit in ein Schmuckstück verwandelten.