Thurgau
Neue Therapiestation: «Münsterlingen Seeseite» gehört der Vergangenheit an

Elf Jahre nach dem Start zum Projekt der Optimierung der Psychiatrie-Infrastruktur konnte gestern die Fertigstellung einer neuen Liegenschaft gefeiert werden. Nach und nach werden nun Abteilungen dorthin verlegt.

Kurt Peter
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Eröffnung des Neubaus Psychotherapie Münsterlingen: Bernhard Grimmer, Leitender Psychologe Psychotherapie, Urs Wolfender, Bereichsleiter Pflege Psychotherapie, Architektin Christina Trofin, Klinikdirektor Ralf Gebhardt und Regierungsrat Urs Martin.

Eröffnung des Neubaus Psychotherapie Münsterlingen: Bernhard Grimmer, Leitender Psychologe Psychotherapie, Urs Wolfender, Bereichsleiter Pflege Psychotherapie, Architektin Christina Trofin, Klinikdirektor Ralf Gebhardt und Regierungsrat Urs Martin.

Bilder: Ralph Ribi

«Wir freuen uns, dass wir erstmals seit 40 Jahren einen Neubau für die Psychiatrische Klinik Münsterlingen realisieren konnten». Mit diesen Worten begrüsste Klinikdirektor Ralf Gebhardt gestern Nachmittag die Gäste.

Der Standort beim Kantonsspital und der Münsterlinger Gemeindeverwaltung sei auch ein Symbol für die zunehmende gesellschaftliche Inklusion der Psychiatrie, «Münsterlingen Seeseite» gehöre damit der Vergangenheit an. Das Bauprojekt sei von der Idee bis zur Realisierung sehr erfreulich verlaufen.

Aufgenommen werden nur Freiwillige

Bernhard Grimmer, Leitender Psychologe Psychotherapie ging auf das Angebot im neuen Gebäude ein, dem «Haus T». Integriert sei die Station für Psychotherapie der Persönlichkeitsstörungen mit dem Behandlungsschwerpunkt Diagnostik und Therapie von Borderline und narzisstischen Persönlichkeitsstörungen.

Blick in eines der Zimmer des Neubaus Psychotherapie der Klinik Münsterlingen.

Blick in eines der Zimmer des Neubaus Psychotherapie der Klinik Münsterlingen.

Ralph Ribi

Neu sei die stationäre Kurzzeittherapie für Patientinnen und Patienten in psychosozialen Krisen und Überlastungserkrankungen. Therapiert würden auch Stressfolgeerkrankungen und Burn-out-Zustände. «Es ist eine kleine, intensive Einheit», erklärte Grimmer, Im Haus T sei auch die Transkulturelle Psychotherapie untergebracht. «Hier werden Menschen mit psychischen Erkrankungen durch Flucht, Krieg, Folter und Vertreibung behandelt.»

Es sei eine aufwendige Therapie, weil sie meist dolmetschergestützt durchgeführt werden müsse. In der Station stehen 20 Betten für Traumafolgestörungen und Transkulturelle Psychotherapie zur Verfügung. «In die Stationen im Haus T kommen nur freiwillige und motivierte Patientinnen und Patienten ohne akute Selbst- oder Fremdgefährdung».

Am Puls der Zeit

Regierungsrat Urs Martin lobte die Spital Thurgau AG. «Unsere Spitäler sind am Puls der Zeit, sie gehen auf die Patienten zu, das Personal ist kompetent». Die zu Behandelnden ständen im Mittelpunkt, «was sie brauchen, bekommen sie». Rolf Zehnder schliesslich, CEO der Spital Thurgau AG, sprach sich für die bessere Zusammenarbeit beziehungsweise Integration von Somatik und Psychiatrie aus.

Aussenansicht des neuen Gebäudes.

Aussenansicht des neuen Gebäudes.

Ralph Ribi
«Körper und Geist hängen zusammen, das wissen wir von der Kindheit, aber auch vom hohen Alter.»

Er lobte das Haus T schliesslich auch wegen des «coolen Standortes».

Am Samstag bietet das Haus T für alle Interessierten einen Tag der offenen Tür. Die Besichtigung der Räumlichkeiten ist von 10 bis 15 Uhr möglich.