Diessenhofen
Nicht so einfach, wie es aussieht: Weidlingfahren auf dem Rhein

Am Samstag absolvierten Kinder und Jugendliche in Diessenhofen einen Schnupperkurs für Jungpontoniere.

Dieter Ritter
Drucken
Die Schnupperkursteilnehmer sind bereit für ihren Einsatz.

Die Schnupperkursteilnehmer sind bereit für ihren Einsatz.

(Bild: Dieter Ritter)

Weidling fahren, Schnüren, ein Ausflug mit dem Schlauchboot und zum Abschluss ein Zvieri. Die 20 Buben und vier Mädchen im Alter von 9 bis 15 Jahren erwartete am Samstag ein reichhaltiges Programm. In Diessenhofen stand der Schnupperkurs für Jungpontoniere auf dem Programm.

Leo Brütsch, Leiter der Jungpontoniere, begrüsst die Teilnehmer und erklärt den Tagesablauf. Er teilt die Teilnehmer in sechs Gruppen ein. Vier fahren in Weidlingen, eine Gruppe mit dem Schlauchboot und eine Gruppe übt Seilverbindungen. Jede halbe Stunde wird gewechselt.

Leo Brütsch, Leiter der Jungpontoniere, erklärt den Tagesablauf.

Leo Brütsch, Leiter der Jungpontoniere, erklärt den Tagesablauf.

(Bild: Dieter Ritter)

Vier Weidlinge sind bereit für einen Ausflug. Sie dümpeln in der Strömung, festgemacht an der Ufermauer vor dem Pontonierdepot, daneben das Schlauchboot. Es wird von Hand aufgepumpt und ins Wasser getragen. Die Bootsführer, ausgebildete Pontoniere, gehen an Bord und helfen ihren jungen Gästen beim Einsteigen.

Die Weidlinge fahren los. Die Bootsführer drücken den Stachel kraftvoll in den Grund. Es geht flussaufwärts. Später wechseln sie vom Stachel auf das Ruder. Das dauert nur wenige Sekunden. Gerudert wird stehend. Der Steuermann steht hinten. Nachdem er mit vollem Körpereinsatz das Boot vorwärtsgetrieben hat, zieht er das Ruder durchs Wasser zurück und steuert so die Fahrtrichtung. Für den Vorderfahrer ist es etwas einfacher. Nach seinem Vorwärtsschlag zieht er das Ruder über dem Wasser zurück. Die jungen Gäste dürfen es auch versuchen. Es sieht so einfach aus, aber jetzt ist es mit der zielstrebigen, flüssigen Fahrt vorbei. Auf dem Schlauchboot müssen die Gäste tüchtig paddeln. Einfach, aber anstrengend.

Sicher ist sicher: Die Schwimmwesten sind angezogen.

Sicher ist sicher: Die Schwimmwesten sind angezogen.

(Bild: Dieter Ritter)

Am Gartenzaun neben dem Depot wird das Schnüren gelehrt. Pontonier Tobias Brunner zeigt Seilverbindungen wie Schifferknoten, Ankerknoten, Mastwurf. Zurück beim Depot gibt es eine Bratwurst vom Grill und etwas zu trinken.

Es war ein gelungener Anlass. Brütsch rechnet damit, dass wie in früheren Jahren 30 bis 40 Prozent der Teilnehmer aufgrund des Schnupperkurses den Jungpontonieren beitreten werden. Bei den Jungpontonieren machen derzeit 23 Jugendliche im Alter von 9 bis 20 Jahren mit. Erstmals in diesem Jahr ist auch ein Mädchen dabei.

Tobias Brunner zeigt, wie man einen Schifferknoten macht.

Tobias Brunner zeigt, wie man einen Schifferknoten macht.

(Bild: Dieter Ritter)