Mit weniger Druck: Die SH Power aus Schaffhausen plant eine Erdgasleitung, die über Schlatter Gebiet verläuft

Die geplante Erdgasleitung der Schaffhauser Firma SH Power soll eine bestehende Leitung ersetzen. Gleichzeitig wird der Druck von 25 auf 5 Bar reduziert. «Aus Sicht des Gemeinderats spricht nichts gegen die geplante Erdgasleitung», sagt die Schlatter Gemeindepräsidentin Marianna Frei.

Rahel Haag
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Die Klosterkirche Paradies in Schlatt ist an das Gasnetz der SH Power angeschlossen.

Die Klosterkirche Paradies in Schlatt ist an das Gasnetz der SH Power angeschlossen.

Bild: Rahel Haag

In Schlatt werden der Ortsteil Neuparadies samt Keller AG Ziegeleien und seit einigen Jahren auch das Klostergut Paradies mit Gas der Firma SH Power aus Schaffhausen versorgt. «Insofern ist sie für die Gemeinde sie nicht so relevant», sagt Marianna Frei, Gemeindepräsidentin von Schlatt. Sie spricht von der geplanten Erdgasleitung der SH Power. Die Firma will eine neue Erdgasleitung bauen, die über Schlatter Gemeindegebiet verläuft. Dennoch betont Frei:

«Aus Sicht des Gemeinderats spricht nichts gegen die geplante Erdgasleitung.»

Das hätten sie auch im Baugesuch schriftlich so festgehalten. Es liegt noch bis kommenden Dienstag, 20. Oktober, öffentlich auf. Einsprachen habe es bisher keine gegeben. Frei rechnet auch nicht damit, dass es noch Widerstand geben wird. Sie sagt:

«Das Baugesuch ist gut dokumentiert, und es wird klar dargelegt, weshalb die neue Leitung nötig ist.»
Marianna Frei, Gemeindepräsidentin Schlatt.

Marianna Frei, Gemeindepräsidentin Schlatt.

Bild: Rahel Haag

Die geplante Erdgasleitung soll eine bestehende, über 40-jährige Erdgas-Hochdruckleitung zwischen der Druckreduktionsstation Paradies und Büsingen (D) ersetzen. Zugleich erfolgt eine Druckreduktion von 25 auf 5 Bar. «Mit der Ausserbetriebnahme der 16-Bar-Erdgaskugel, sprich des Speichers, auf dem Werkhofareal am Lindli in Schaffhausen wird kein so hoher Gasdruck mehr benötigt», sagt Roger Brütsch, Geschäftsbereichsleiter Gas/Wasser/Siedlungsentwässerung der SH Power, zur Begründung.

Neue Leitung kostet rund eine halbe Million Franken

Insgesamt verfügt die Leitung über eine Länge von 1645 Metern, davon liegen 1520 Meter auf Schlatter Gemeindegebiet. Brütsch sagt:

«Die Leitung verläuft vollständig unterirdisch.»

Entsprechend werden rund 70 Prozent Kosten auf Grab- und Erdarbeiten entfallen. Die verbleibenden 30 Prozent entfallen auf den Leitungsbau. Insgesamt kostet das Projekt rund eine halbe Million Franken. Wie bereits die alte Leitung soll auch die neue den Rhein unterqueren.

«Das wird die grösste Herausforderung», sagt Brütsch. Entscheidend sei hierbei, welche Dichte der Boden aufweise. «Bohren in losem Gestein ist schwieriger als in festem.» Aufschluss darüber werden geologische Untersuchungen mit Kernbohrungen liefern. Brütsch sagt:

«Unter Umständen wird die Linienführung der Leitung anschliessend noch leicht angepasst.»

Für die Unterquerung des Flusses wird das sogenannte Horizontalspülbohrverfahren angewandt. Hierbei bohrt die gleichnamige Anlage einen unterirdischen Kanal und zieht im Rückzug ein oder mehrere Produkt- oder Leerrohre ein. Der Vorteil: Es muss kein Graben ausgehoben werden. Etwas Besonderes sei das Verfahren aber nicht. «Diese Art des grabenlosen Leitungsbaus ist heute Stand der Technik», sagt Brütsch.

Bauarbeiten dauern rund zwei bis drei Monate

Da die Erdgasleitung in einer Nichtbauzone geplant ist, muss das Bauvorhaben auch vom Amt für Raumentwicklung des Kantons Thurgau geprüft werden. Das Einverständnis der Grundeigentümer liegt gemäss Brüsch bereits vor.

«Nach Erhalt der Baubewilligung wird die Leitung auf Schlatter Gebiet noch diesen Herbst beziehungsweise Winter erstellt.»

Parallel dazu könnte auch die Rheinunterquerung in Angriff genommen werden, fügt Brütsch hinzu. Die Bauarbeiten dauern voraussichtlich zwei bis drei Monate.