Kultur und Sport stehen im Rampenlicht des Aadorfer Anerkennungspreises

Für herausragende Leistungen in den letzten beiden Jahren wurden beim Aadorfer Anerkennungspreis sechs Teams, ein Einzelsportler und Lilo Wellinger als Persönlichkeit des Jahres ausgezeichnet.

Kurt Lichtensteiger
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Luca’s Streetdance-School Tanzgruppen hatten die Nase vorn. (Bilder: Kurt Lichtensteiger)

Luca’s Streetdance-School Tanzgruppen hatten die Nase vorn. (Bilder: Kurt Lichtensteiger)

«Ehre, wem Ehre gebührt»: In diesem Jahr waren es vor allem die Jugendlichen, die sich die gebührende Beachtung auf der Bühne verdienten. Ob die Fussballjunioren des SC Aadorf, die Faustballer Elgg/Ettenhausen, die Beachvolleyballerinnen Egger/Josipovic und Lengweiler/Koch vom VBC Aadorf, der Einzelsportler Alex Vogel vom Biketeam Aadorf oder Luca’s Streetdance-School Tanztruppe, sie alle begeisterten mit einem erfrischenden Auftritt. Letztere war auch noch in der Kategorie Erwachsene mit dem Team «Elected» vertreten. Dass die beiden Tanztruppen schliesslich die Nase vorn hatten, blieb nur eine Randerscheinung. Gewinner waren alle Nominierten und verdienten sich die Preisgelder, was wohl einen Zustupf in die Vereinskassen bedeutet. Das salomonische Urteil fällte die Kommission «Kultur, Freizeit und Sport» sowie Vertreter aus den einzelnen Ortsteilen.

Gekonnte Moderation

Oliver Kühn hielt ein Loblied auf die Kulturmacherin Lilo Wellinger.

Oliver Kühn hielt ein Loblied auf die Kulturmacherin Lilo Wellinger.

Wie gewohnt in den letzten Jahren, konnte Gemeinderätin Cornelia Hasler - wohl in ihrem letzten öffentlichen Amtsauftritt - auf die Moderation von Andreas Marti zählen. Dieser erledigte die Aufgabe magistral. Selbst eine kurze technische Panne bei der Powerpoint-Projektion liess ihn nicht aus der Ruhe bringen. Er verstand es sogar, das Malheur so zu verpacken, als sei dieses gewollt herbeigeführt worden. Mit geschickten Fragen kitzelte er die Antworten aus seinen Interviewpartnern, die doch zum ersten Mal im Rampenlicht standen, davon aber wenig spüren liessen. Derart verliefen die Vorstellungen der Protagonisten alles andere als langweilig. Die gegen 300 Zuhörerinnen und Zuhörer genossen die sieben Auftritte und quittierten die Frage-Antwortspiele entweder mit einem Schmunzeln oder spontanem Applaus.

Lilo Wellinger als «Grande Dame»

Als zweiter Höhepunkt des anderthalb Stunden dauernden Anlasses im Gemeindezentrum entpuppte sich der Auftritt zweier Kulturschaffender, die sich seit langer Zeit persönlich kennen und zur Bereicherung des kulturellen Lebens in Aadorf und darüber hinaus Grossartiges geleistet haben. In seine Laudatio packte Theatermacher Oliver Kühn all seine professionellen Kenntnisse, nämlich gekonnte Rhetorik, schauspielerische Fähigkeit und humorvolle Anspielungen. Als zäh, robust, fleissig, unverbiegbar, Hansdampf in allen Gassen, Energiebündel, um nur einige Attribute zu nennen, bezeichnete er Lilo Wellinger, die mit ihrer angeborenen Bescheidenheit so manche Anekdoten aus ihrem Leben gelassen hinnahm. Bei der Titulierung «grande dame de la scène culturelle du Thurgovie» oder das «Vreneli vom Guggisberg im Hinterthurgau» - eine Anspielung auf ihre Trachtenliebe - huschte dann doch ein Lächeln über ihr Gesicht.

In ihrem Oltener-Bahnhofdialekt dankte Lilo Wellinger all ihren Mitstreitern und der Aadorfer Kulturkommission, ohne die sie die Kleinkunst nicht zu einer Grosskunst hätte entwickeln können. In Aadorf verwirklichte sie, der «Blues» ebenso nahe steht wie »Stubete», ihre Träume, sorgte für eine nachhaltige Entwicklung der Kultur, wofür ihr zurecht gebührende Ehre zuteil wurde.

Musikalisch umrahmt wurde der feierliche Anlass vom Duo «Doppelfisch», dessen Lieder sowohl bei den Jungen und der älteren Generation ankamen. Ein von der Gemeinde offerierter Apéro beschloss den gelungenen Abend.