Gemeindeversammlung
Neue Lebensader für knapp 4,5 Millionen Franken: Politisch Gachnang plant die Sanierung der Wasserdruckleitung Forre

Die Druckleitung zwischen Thurgrundwasserpumpwerk Thuracker und Reservoir Forre liefert einen Grossteil des Gachnanger Wassers. Der gegen vier Kilometer lange Leitungsbau ist aber schon 70 Jahre alt und damit am Ende seiner Lebensdauer angelangt. Die entsprechende Sanierung soll kommendes Jahr starten und etappiert bis ins Jahr 2035 erfolgen.

Mathias Frei
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Die Druckleitung zwischen Reservoir Forre und Grundwasserpumpwerk Thuracker soll saniert werden.

Die Druckleitung zwischen Reservoir Forre und Grundwasserpumpwerk Thuracker soll saniert werden.

Bilder: Mathias Frei

Ein halbes Generationenprojekt soll es werden. Politisch Gachnang beabsichtigt, ab kommendem Jahr und bis 2035 die Druckleitung Forre zu erneuern. Das kostet 4,469 Millionen Franken. Und obwohl für 2022 nur ein Posten von 280'000 Franken budgetiert ist, stimmen die Gachnanger Stimmberechtigten an der Budgetversammlung von diesem Donnerstag im Rahmen eines Verpflichtungskredits und nach dem Grundsatz der Einheit der Materie über die auf 13 Jahre verteilte Gesamtinvestition ab.

Daniel Widmer, Gemeinderat Ressort Werke.

Daniel Widmer, Gemeinderat Ressort Werke.

Bild: PD

Die besagte Druckleitung beginnt beim Pumpwasserwerk Thuracker, das Thurgrundwasser nach Süden hinauf nach Gachnang zum Reservoir Forre pumpt. Von dort erfolgt die Verteilung zu den Endverbrauchern. Die Wasserleitung ist rund 3,7 Kilometer lang. Bis auf ein kleines Stück unter der Autobahn durch, das vor einigen Jahren notfallmässig saniert werden musste, liegt noch die Originalleitung aus den Baujahren 1952/53 im Boden. Daniel Widmer erklärt:

«Die Druckleitung Forre ist die Lebensader unserer Gemeinde.»

Widmer ist der für die Gachnanger Werke zuständige Gemeinderat. Die Leitung werde auch nach der Sanierung einen Durchmesser von 200 Millimetern aufweisen. Zum Vergleich: Die grössten Rohre in die Quartiere haben maximal 160 Millimeter. Die Forre-Leitung, die damals von den Mostereibesitzern Gebrüder Müller erstellt worden war, befinde sich für ihr Alter in einem erstaunlich guten Zustand. Jedoch sei sie in Sachen Lebensdauer überfällig. Mit jedem Jahr, da man nichts mache, steige das Risiko für Notfallübungen, wenn das Rohr lecke.

Für 2022 Minus von 424'000 Franken budgetiert

Nebst dem Verpflichtungskredit für die Sanierung der Druckleitung Forre befinden die Stimmberechtigten über den Voranschlag 2022 inklusive Steuerfuss, der gemäss Antrag der Behörde unverändert bei 42 Prozent bleiben soll. Der Gemeinderat rechnet für kommendes Jahr bei einem Aufwand von 15,295 Millionen Franken mit einem Defizit in der Höhe von 424'000 Franken – 37'000 Franken mehr als im Budget 2021. Der Gemeinderat will kommendes Jahr Nettoinvestitionen von 3,708 Millionen tätigen (Budget 21: 3,016 Millionen). Der Bilanzüberschuss wird aufgrund des budgetierten Defizits per Ende 2022 bei 10,407 Millionen Franken liegen. Wie Gemeindepräsident Roger Jung erklärt, kann der Aufwandüberschuss 2022 durch den Bilanzüberschuss aufgefangen werden. Zwar rechne man beim Fiskalertrag mit einem Zuwachs von 234'000 Franken gegenüber Budget 2021. Jung gibt aber zu bedenken, dass mit der möglichen Abschaffung der Liegenschaftssteuer in weiterer Zukunft Gachnang ein Ausfall von drei Steuerprozenten, also etwa 300'000 Franken, drohen dürfte. (ma)

Versorgung während der gesamten Bauzeit gewährleistet

Roger Jung, Gemeindepräsident.

Roger Jung, Gemeindepräsident.

Bild: Andrea Stalder

Wie Widmer erklärt, verfügt politisch Gachnang über eine Ringleitung. Vom Thuracker wird nicht nur Richtung Forre Wasser gepumpt, sondern auch zum Reservoir Hofen. So ist die Wasserversorgung doppelt abgesichert. Das bringe auch bei der Sanierung der Druckleitung Forre grosse Vorteile, sagt Widmer. Denn dank der Ringleitung sei die Versorgung während der gesamten Bauzeit gewährleistet.

«Wir wollen nicht von Notfall zu Notfall springen müssen, sondern vorausschauend planen.»

Das sagt Widmer. Die etappierte Sanierung mittels Verpflichtungskredit habe dabei zwei Vorteile. Dank grösstmöglicher planerischer Freiheiten könne man die Investition des Wasserwerks optimal mit den anderen Werken und mit etwaigen Strassensanierungen koordinieren. So reisse man die Strasse nur einmal auf. Zudem drücken dank der etappierten Investitionen auch die Abschreibungen nur häppchenweise, was letztlich dem Rechnungsabschluss zugutekommt.