Frauenfeld
Mit Junger Kunst in alten Gemäuern: Das Kaff sammelt Geld für sein neues Zuhause

Talentierte Leute im und um den Frauenfelder Kulturverein Kaff präsentierten an der Gruppenausstellung «nonkonform» in der Baliere ihre Kunstwerke. Unter anderem durch deren Verkauf sammeln die Verantwortlichen Geld für den geplanten Kulturpavillon.

Claudia Koch
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Anna Villiger und Oliver Frei haben von Seiten Kaff die Gruppenausstellung organisiert.

Anna Villiger und Oliver Frei haben von Seiten Kaff die Gruppenausstellung organisiert.

Bild: Andrea Stalder

Spontan und unkompliziert. So beschreibt Carole Isler, Kuratorin der Galerie Baliere, das Zustandekommen und die Zusammenarbeit für die Gruppenausstellung. Die Hauptaufgabe, die Kunstschaffenden anzufragen, die Werke auf die verschiedenen Räume aufzuteilen und Einladungen zu verschicken, haben Anna Villiger und Oliver Frei übernommen.

Ein Baby-Puppenkopf mit Mütze: eine von vielen Installationen an der Kaff-Gruppenausstellung.

Ein Baby-Puppenkopf mit Mütze: eine von vielen Installationen an der Kaff-Gruppenausstellung.

Bild: Andrea Stalder

Die Idee für die Gruppenausstellung mit Leuten, die sich im oder ums Kaff bewegen, entstand laut Anna Villiger, Vizepräsidentin des Kaff, nach den Sommerferien. «Wir bildeten eine Veranstaltungsgruppe für das Crowdfunding, mit dem wir einen Kulturpavillon realisieren wollen. Mangels Veranstaltungen wegen der Pandemie und fehlender Räumlichkeiten kam die Idee auf, eine Ausstellung auf die Beine zu stellen», sagt sie.

Carole IslerKuratorin der Galerie Baliere

Carole Isler
Kuratorin der Galerie Baliere

Bild: Reto Martin

Damit wollte das Kulturlokal bei den Leuten in Erinnerung bleiben und gleichzeitig für das Crowdfunding Spenden generieren. Ein Ausstellungstag im Oktober war für Carole Isler zu kurzfristig. Der Zufall half nach, da eine Ausstellung verschoben und eine weitere vorgezogen werden konnte. «Somit war der Weg frei für die Gruppenausstellung. Ich schlug vor, aus einem Tag ein ganzes Wochenende zu machen, was dankbar angenommen wurde», sagt Isler.

Eigenes Bier stand zum Kauf bereit

So machten sich Anna Villiger und Oliver Frei emsig ans Werk, Kunstschaffende für die Ausstellung zu gewinnen. Villiger sagt:

«Die Auswahl sollte ausgewogen sein und auch jenen eine Plattform bieten, die erstmals ausstellen wollten.»

Dahinter steht auch die Absicht, junges Publikum zu gewinnen, was sich an der Eröffnung am Freitagabend laut Villiger bestätigt hat. Sie stellte fest: «Es waren typische Kaff-Besucher darunter, aber auch Familien und ältere Kunstinteressierte.»

Eine Art Mobile, passend zur Ausstellungsbezeichnung «nonkonform».

Eine Art Mobile, passend zur Ausstellungsbezeichnung «nonkonform».

Bild: Andrea Stalder

Als zusätzliches Zückerli stand pünktlich zur Ausstellung das extra gebraute Kaff Soli-Bier mit QR-Spende-Code zum Kauf bereit. Weitere finanzielle Zuwendungen ergeben sich aus den Verkäufen der Werke, bei denen die Kunstschaffenden entweder den ganzen oder einen Teilbetrag spenden.

Werke von elf Teilnehmenden

Zu sehen gab es Werke von elf Teilnehmenden wie etwa Malereien von Joe Dellenbach, Marisa Nef und Lina Sommer, Fotografien von Paula Blaser, Graffitis von Oliver Frei, Installationen von Joel Introvigne sowie Elena Marti und weiteren.

Die jungen Künstler zeigen unter anderem auch abstrakte Bilder.

Die jungen Künstler zeigen unter anderem auch abstrakte Bilder.

Bild: Andrea Stalder

«Die meisten Werke waren bereits vorhanden, andere legten sich ins Zeug und kreierten extra etwas Neues», weiss Villiger. Sie hofft, dass die Verlängerung des Crowdfunding bis Ende Dezember das erhoffte Ziel erreicht. Für Isler war spannend zu sehen, wie sich die Werke in die Räume der Baliere einfügten:

«Es braucht Raum für die Unberechenbarkeit in Zeiten von Corona, deshalb fand ich die spontane Anfrage so erfrischend.»

Ihre schönste Rückmeldung? Es sieht ja alles so organisiert aus!

Neue Heimat fürs Kaff

Seit vergangenen Frühling das Mietverhältnis für das Lokal an der Grabenstrasse ausgelaufen ist, steht der Kulturverein Projekt Kaff heimatlos da. Das soll sich aber auf Herbst 2021 ändern. Denn die jungen Alternativkultur-Macher planen, einen Holz-Kulturpavillon auf dem Unteren Mätteli zu erstellen. Der Bau auf dem öffentlichen Parkplatz soll Platz für 150 Personen bieten. Mitte Juli stellten die Kaff-Verantwortlichen das Projekt vor. Die Stadt unterstützt sie mit einem Investitionsbeitrag von 300000 Franken. Zudem läuft noch bis Ende Jahr eine Crowdfunding-Kampagne. (ma)

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