Glosse
Bier und Wein beflügeln in Frauenfeld die Fruchtbarkeit

Murgspritzer: Warum die beiden Jungstörche in der Hauptstadt «Müller» und «Thurgau» heissen sollen.

Stefan Hilzinger
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Störche auf einer Wiese bei Müllheim. (Bild: Reto Martin)

Störche auf einer Wiese bei Müllheim. (Bild: Reto Martin)

In Frauenfeld ist der Juni der Wonnemonat und nicht der Mai. So darf sich das Storchenpaar auf dem Kamin der Brauerei Sternen seit kurzem über doppelten Nachwuchs freuen. Die überaus nassen und kalten Tage Anfang Mai hatten ein erstes Gelege verderben lassen.

Stefan Hilzinger, Redaktor.

Stefan Hilzinger, Redaktor.

Als er den Begriff Wonnemonat prägte, hatte seinerzeit Kaiser Karl der Grosse, aber nicht die Freuden und Folgen der Liebe im Sinn, sondern «wunni», den alten Ausdruck für Weide. Im Mai konnten die Bauern das Vieh erstmals aufs frische Gras treiben. So spät geschieht das längst nicht mehr. Genau so wenig, wie die heutigen Bauern erst im Heumonat, dem Juli, Heugras mähen.

Treffend zum Ort ihres fruchtbaren Wirkens heissen die Storch-Eltern bekanntlich «Hopfen» und «Malz». Vergangenes Jahr zogen sie vier Jungtiere gross – sogar für geübte Baby-Boten eine Sensation. Fragt sich, wie die beiden Jungen nun heissen sollen? In Zeiten, wo der Frauenfelder Bier-Papst Bier predigt und Wein trinkt, lägen «Müller» und «Thurgau» auf der Hand.