Wahrzeichen
«Es könnte wieder in vollem Glanz erstrahlen»: So äussert sich der Salensteiner Gemeindepräsident zum Verkauf des Schlosses

Über 40 Jahre lang stand es praktisch ungenutzt leer, nun steht das Schloss Salenstein zum Verkauf. Es ist im Besitz der von Immobilienkönig Bruno Stefanini gegründeten Stiftung Kunst, Kultur und Geschichte. Salensteins Gemeindepräsident Bruno Lorenzato wünscht sich, dass der Käufer oder die Käuferin dereinst ins Schloss einziehen wird.

Rahel Haag
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Das Schloss Salenstein thront hoch oben auf einem Felsen.

Das Schloss Salenstein thront hoch oben auf einem Felsen.

Bild: Donato Caspari

Das Schloss Salenstein wird verkauft. «Für die Gemeinde bedeutet das viel», sagt deren Präsident Bruno Lorenzato, «immerhin ist es das Wahrzeichen von Salenstein.» Über 40 Jahre lang stand es praktisch ungenutzt leer. 1979 hatte es der Winterthurer Immobilienkönig Bruno Stefanini gekauft, aber nur kurz für sich selbst genutzt. Lorenzato sagt:

«Der Verkauf könnte dazu führen, dass das Schloss wieder in vollem Glanz erstrahlt.»
Bruno Lorenzato, Gemeindepräsident.

Bruno Lorenzato, Gemeindepräsident.

Bild: Thi My Lien Nguyen

Denn der lange Dornröschenschlaf habe Spuren hinterlassen. Insbesondere von aussen wirke es, als sei das Schloss in einem desolaten Zustand.

Gemeinde wünscht sich Privatperson, die einzieht

Es befindet sich im Besitz der Stiftung Kunst, Kultur und Geschichte, die Stefanini im Jahr 1980 gegründet hat und wird von der Terresta AG bewirtschaftet und nun verkauft. In einer Mitteilung lässt sich deren Geschäftsführer Hans Rupp wie folgt zitieren:

«Das Schloss hat eine absolut einzigartige und geradezu spektakuläre Lage mit 180-Grad-Panorama-Sicht über den Bodensee.»
Hans Rupp, Geschäftsführer Terresta AG.

Hans Rupp, Geschäftsführer Terresta AG.

Bild: PD/
Christoph Ammann

Entsprechend sehe man es auch von weither, sagt Lorenzato dazu. «Das Schloss verkörpert Salenstein, wie es dort oben auf dem Felsen thront.» Was den künftigen Besitzer oder die Besitzerin betrifft, würde sich die Gemeinde eine Privatperson wünschen, die ihren Wohnsitz im Schloss einrichtet, es also nutze und unterhalte.

Die Bevölkerung kenne das Schloss nur von aussen, der Zugang sei stets verwehrt geblieben. Deshalb würde er sich freuen, wenn es unter Umständen geöffnet werden könnte. «Wir könnten uns vorstellen, dass ausserordentliche Anlässe, vielleicht einer im Jahr, in der Empfangshalle des Schlosses stattfinden könnten.» Das sei aber selbstverständlich der Käuferschaft überlassen. Jedenfalls würde er es begrüssen, wenn das Schloss vor dem Verkauf für die Bevölkerung für eine Führung geöffnet werden könnte.

Als Museum eignet sich das Schloss nicht

Klar sei jedenfalls, dass sich das Schloss aufgrund seiner Grösse und Lage nicht für eine öffentliche Verwendung, beispielsweise als Museum, eignet. Der Grund sei unter anderem eine Verkehrsproblematik, sagt Lorenzato. «Einerseits ist keine passende Verkehrsführung möglich, andererseits könnte die Gemeinde vor Ort niemals genügend Parkplätze zur Verfügung stellen.» In der Medienmitteilung heisst es diesbezüglich, das Schloss sei mit seiner «überschaubaren Grösse» perfekt als Privatsitz und/oder Firmensitz geeignet.

Mit dem Verkauf betraut wurde die Zürcher Firma FSP Fine Swiss Properties, heisst es weiter. Sie habe bereits mehrere Schlösser und namhafte Anwesen in der Schweiz erfolgreich verkauft. Auf deren Website wird das Schloss Salenstein in der Preiskategorie «Immobilien über 5 Millionen Franken» aufgeführt mit dem Hinweis «demnächst im Angebot». Weiter ist dort zu erfahren, dass das Schloss über 21 Zimmer und eine Wohnfläche von 910 Quadratmeter verfügt, das Grundstück umfasst 26’734 Quadratmeter.

Das Schloss Salenstein hat insgesamt 21 Zimmer.

Das Schloss Salenstein hat insgesamt 21 Zimmer.

Bild: Donato Caspari

Lorenzato betont, dass der Verkaufsprozess aus Sicht der Gemeinde sehr erfreulich gestartet sei. Es bestehe eine gute Beziehung und Kommunikation zwischen den einzelnen Playern. Auf diese Weise könne die Salensteiner Bevölkerung laufend informiert werden.

«Wir gehen davon aus, dass der Verkaufsprozess einige Zeit in Anspruch nehmen wird, bis das Schloss einem neuen Besitzer oder einer neuen Besitzerin überschrieben werden kann.»