UFS: Für den Naturschutz

Wasserkraft ja, aber nicht zu jedem Preis – die Umweltfreisinnigen setzen ein Fragezeichen hinter die drei geplanten Kleinwasserkraftwerke an der Thur.

Raphael Lüchinger Vorstandsmitglied Ufs
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Wasserkraft ja, aber nicht zu jedem Preis – die Umweltfreisinnigen setzen ein Fragezeichen hinter die drei geplanten Kleinwasserkraftwerke an der Thur.

In einer ökologischen wie ökonomischen Gesamtbetrachtung sind die Projekte unter dem Strich nicht zu verantworten, so der Grundtenor. Die Nutzung der Wasserkraft darf nicht auf Kosten der Natur erfolgen, sondern soll an geeigneten Standorten realisiert werden. Die Umweltfreisinnigen St. Gallen (UFS) befürworten die Nutzung erneuerbarer Energien. Für die UFS ist aber auch der Natur- und Landschaftsschutz ein Kernanliegen. Dies eröffnet naturgemäss ein Spannungsfeld, das nur mit einer gesamtheitlichen Beurteilung beziehungsweise Interessenabwägung im Einzelfall aufgelöst werden kann. An der ausserordentlichen Mitgliederversammlung vom 21. Januar haben sich die UFS gegen die drei geplanten Kleinwasserkraftwerke auf dem Gemeindegebiet von Ebnat-Kappel beziehungsweise Nesslau-Krummenau ausgesprochen. Der Eingriff in die Natur steht in keinem Verhältnis zum Nutzen in Form von zusätzlicher Energie. So ist der Thurlauf im betroffenen Gebiet einigermassen unberührt und naturnah. Im kantonalen Richtplan geniessen die drei Landschaftsräume einen besonderen Schutzstatus, sind sie doch als «Lebensraum Gewässer/Auen» ausgeschieden, in einem Fall auch als schützenswertes «Geotop». Die Umweltfreisinnigen stehen hinter der Vision des Energietals Toggenburg, nämlich den Energieverbrauch aus taleigener Produktion mit erneuerbaren Energien zu decken. Die UFS sind aber auch der Meinung, dass die drei geplanten Projekte über das Ziel hinaus schiessen. Der Eingriff in die wertvollen Schluchtlandschaften mit vielfältigem Kleinrelief könnte kaum je mit Ausgleichsmassnahmen aufgewogen werden. Die ursprünglichen Landschaften gehören zu den grössten Trümpfen des Toggenburger Tourismus, wozu zum Beispiel auch der vielbegangene Thurweg zählt. Schon heute existieren 15 Wasserkraftwerke entlang der Thur. Als Alternative zu den neuen drei Kraftwerken ist der Ausbau der bestehenden zu prüfen. Ferner sind auf dem ganzen Kantonsgebiet Möglichkeiten für die Wasserkraftnutzung an bereits verbauten Flussabschnitten zu prüfen. Mit grosser Wahrscheinlichkeit gibt es Projekte, welche in bezug auf den Landschaftswert, die Wassermenge, das Gefälle und die Möglichkeit für ökologische Aufwertungen das bessere Kosten-Nutzen-Verhältnis aufweisen und zusätzlich vielleicht sogar einen Beitrag an die Hochwassersicherheit leisten können.