Überlegener Start-Ziel-Sieg

Die Konkurrenz hatte auf der Sprintstrecke keine Chance: Daniel Widmer gewinnt das Bikerennen in Kirchberg, obwohl er nach dem Rennen im Engadin lieber ausgeschlafen hätte.

Urs Huwyler
Drucken
Daniel Widmer aus Mühlrüti gewann das Bikerennen.

Daniel Widmer aus Mühlrüti gewann das Bikerennen.

KIRCHBERG. Was am Sonntag passierte, konnte sich Daniel Widmer aus Mühlrüti selbst kaum erklären. Die Konkurrenz besass auf der Sprintstrecke nicht den Hauch einer Chance gegen den Langstreckenspezialisten. Daniel Widmer feierte einen überlegenen Start-Ziel-Sieg.

Noch am Tag vor dem Bikerennen in Kirchberg bestritt der 22jährige den Nationalpark-Marathon in Scuol und legte die topographisch schwierigen 137 Kilometer in etwas mehr als sechs Stunden zurück. Er klassierte sich auf Rang 21. «Eigentlich wäre ich am Sonntagmorgen gerne liegen geblieben, doch ich hatte mich für Kirchberg angemeldet und kenne viele aus dem OK. Also war es klar, dass ich starte», erklärte der Leader im Toggenburger Cup. Bescheiden fügte Widmer nach seinem Sieg an, die Konkurrenz sei allerdings auch schon grösser gewesen. Seine ersten Verfolger bestritten am Nachmittag ein für sie wichtigeres weiteres Bikerennen, andere starteten gleichzeitig in Muttenz oder verzichteten wegen der hochsommerlichen Temperaturen auf einen Start. Und dann gab es noch eine Bike-Fraktion, die ans Eidgenössische Schwingfest reiste.

Thomson dominiert

Unter den 64 Teilnehmern stellten die «Männer 40» mit 13 Startern die grösste Gruppe unter den 64 Klassierten. Auch Hans Ziegler (Chef Toggenburger Cup) genoss schwitzend den freien Tag. Dominiert wurden die «älteren Herren» von Mark Thomson (Winterthur), dem die 60 Minuten auf dem Zweirad für den Sonntagmorgen-Sport nicht genügten. Der amtierende 10-km-Vize-Schweizer-Meister (Jahrgang 1970) gewann anschliessend die Overall-Wertung im Crosslauf nach einer Aufholjagd gegen den lange führenden Mosnanger Sepp Brändle. Am Ende trennten das Duo 31 Sekunden.

Widmer überlegen

Über zwei Minuten Vorsprung wies die 19jährige Lokalmatadorin Valerie Widmer im zehnköpfigen Crosslauf-Feld auf. Sie schlug bereits beim Einlaufen ein Tempo an, das höher war als jenes anderer Läuferinnen im Wettkampf. Werden ihre Rundenzeiten mit jenen der Männer (eine Runde mehr) verglichen, hätte die Zweite des Berner Frauenlaufs (U20) gegen Max Küng (Wil) um Rang drei mitkämpfen können. Für Valerie Widmer war der Heimauftritt ein wettkampfmässiges Training.

«Plausch» wird Trend

Über die gesamte Veranstaltung gesehen, ergab sich ein typisches Bild: Es wird für die Veranstalter immer schwieriger, «Auf die Plätze, fertig, los»-Teilnehmer anzulocken. Obwohl es sich in Kirchberg um eine attraktive Strecke mit einigen technischen Passagen handelt, die auch für Hobbyfahrer gut zu machen ist. Muss jemand unfreiwillig absteigen, besteht keine akute Verletzungsgefahr.

Der Trend geht offensichtlich Richtung «Plausch», bei dem Zeit und Rang eine untergeordnete Rolle spielen – und der Aufwand für die Organisatoren erst noch kleiner ist. Am meisten Männer bestritten in Kirchberg den zwischen 38 und 54 Minuten dauernden Plausch-Crosslauf (27). Dahinter folgten zahlenmässig die 1.-/2.-Klässler (23).

Die Mosnanger dürften für 2017 die Reissleine ziehen und das ähnlich stark/schwach frequentierte Bikerennen, wie in Kirchberg, in der bisherigen Form aus dem Programm streichen. Zur Diskussion steht neu ein Halbmarathon. Zum Vergleich: Vor einer Woche starteten in Wil 560 Bikerinnen und Biker zu einem Plausch-Marathon ohne Zeitmessung. Das Alpstein-Bike weist jeweils über 600 Teilnehmer auf.

Läuferin Valerie Widmer war der Konkurrenz weit überlegen.

Läuferin Valerie Widmer war der Konkurrenz weit überlegen.

Der Rasensprenger diente als willkommene Dusche.

Der Rasensprenger diente als willkommene Dusche.

Teamarbeit unter Geschwistern: Schwester läuft, Bruder fährt. (Bilder: Urs Huwyler)

Teamarbeit unter Geschwistern: Schwester läuft, Bruder fährt. (Bilder: Urs Huwyler)

Hans Ziegler OK-Präsident des Toggenburger Cups

Hans Ziegler OK-Präsident des Toggenburger Cups