Udo Jürgens' Lied im Bademantel

GÄHWIL. Der Männerchor Gähwil hat am ersten Abend seiner beiden Unterhaltungsabende alles gegeben. Dem Konzertteil mit drei Liedern von Udo Jürgens folgte ein amüsantes Theaterstück, das im Altersheim spielt.

Cecilia Hess-Lombriser
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Crazy-Day-Tabletten machen aus steifen Alten flippige Heimbewohner.

Crazy-Day-Tabletten machen aus steifen Alten flippige Heimbewohner.

Viele haben es gesungen, doch so, wie es Leonard Cohen sang, singt niemand sein «Hallelujah». Der Männerchor Gähwil hat sich am Samstagabend daran gewagt und es zum Auftakt des Konzertteils gesungen. Ein schöner Einstieg, geht es doch darin um einen geheimnisvollen Akkord, den David für Gott spielte.

Lieder vom Gesangsfest

In Gähwil hatten viele Ohren Freude an den Gesängen. Die Turnhalle war voll. Unter der Leitung von Ernst Keller liessen sich die Männer fordern. So war es etwa anspruchsvoll, sich beim «Kleinen Trommler» auf den Rhythmus und das sich laufend wiederholende «ram tam tam tam» zu konzentrieren. Den Satz für diese französische Weise hat ein anderer Cohen geschrieben: Alban Cohen. Willy Schönenberger führte routiniert und mit vielen Informationen durch das Programm.

Im Hintergrund wurde zu jedem Lied ein dazu passendes Bild eingeblendet, und dafür räumten die Sänger jeweils die Bühne, damit der erste Blick darauf für das Publikum frei war. Den «Fuhrmann», ein romantisches Volkslied, kraftvoll und sicher gesungen, und «Kalinka», ein russisches Volkslied, hatte der Männerchor Gähwil nebst dem «Kleinen Trommler» für das Eidgenössische Gesangsfest in Meiringen einstudiert. «Es war eine strenge Zeit», sagte Präsident Gilbert Müller. Der Aufwand hatte sich jedoch gelohnt. Die Männer brachten für alle Vorträge ein Sehr gut nach Hause.

Hommage an Udo Jürgens

Jaroslaw Netter begleitete den Männerchor am Piano. Dazwischen spielte er ein melodiöses Stück, das leicht und schmeichelnd daherkam. Und dann gab es eine Hommage an Udo Jürgens. Während die drei Werke vom Gesangsfest auswendig gesungen worden waren, brauchte es für «Griechischen Wein» und «Ich war noch niemals in New York» wieder Noten. Lieder, die in den Köpfen sind, die mitgesummt werden. Für die Zugabe überraschten die Männer mit einem Auftritt im Bademantel. So, wie es Udo Jürgens jeweils zu machen pflegte. Der Kneipphof hatte sie zur Verfügung gestellt.

Crazy-Day-Tabletten machen aus steifen Alten flippige Heimbewohner.

Crazy-Day-Tabletten machen aus steifen Alten flippige Heimbewohner.

Hanf statt Tabletten

Im Lustspiel «Crazy Days im Altersheim» sorgte eine erneuerte Schauspieltruppe für viele Lachtränen. Die Männerchorsänger Dani Thoma, Paul Amrhein (Regie) und Othmar Schlegel spielten Heimbewohner und Walter Süess den Heimarzt. Manuela Müller spielte zum ersten Mal mit und gab eine köstliche Heimbewohnerin. Sabrina Süess gab ihren Einstand als resolute Pflegefachfrau und Angela Keller als sachliches Mitglied der Ärztekammer. Es ist ein eher trister Alltag im Altersheim. Jeder hat seine Behinderung, Einschränkung und Macke. Der Heimarzt auch. Er probiert seine «Crazy-Day-Tabletten» an den Pensionären aus, und dann geht die Post ab. Für diese lohnt sich der ganze Versuch, für den Arzt eher weniger. Er wird verhaftet. Die aufgeblühten Alten behelfen sich ab dann mit Hanfpflanzen.

Samstag, 26. September, zweite Auflage des Unterhaltungsabends.

Wie jeweils Udo Jürgens, trat auch der Männerchor Gähwil für die Zugabe in Bademänteln auf. (Bilder: Cecilia Hess-Lombriser)

Wie jeweils Udo Jürgens, trat auch der Männerchor Gähwil für die Zugabe in Bademänteln auf. (Bilder: Cecilia Hess-Lombriser)