Sich für Gesellschaftsspiele Zeit nehmen

Gesellschaftsspiele kannten schon die alten Griechen. In der heutigen Zeit haben elektronische Spiele dem klassischen Brettspiel den Rang abgelaufen. Dabei ist die Vielfalt an Gesellschaftsspielen riesig und Spannung für Gross und Klein garantiert.

Christine König
Drucken
«Eile mit Weile»: Ein Klassiker unter den Gesellschaftsspielen. (Bild: mab)

«Eile mit Weile»: Ein Klassiker unter den Gesellschaftsspielen. (Bild: mab)

Winterzeit ist die ideale Spielezeit. Fast keine Umgebung passt besser zu einem gemütlichen Spieleabend als die Skihütte, die Ferienwohnung oder auch die geheizte heimische Stube. Wie gross die Vielfalt an Gesellschaftsspielen ist, hat die lifestyle-Redaktion in der Ludothek Herisau gesehen. Über 2200 Spiele stapeln sich da in den Regalen, darunter Lernspiele, Legespiele, Strategiespiele, Kriminalspiele, Denkspiele, Geschicklichkeitsspiele, Würfelspiele, Glücksspiele, Kartenspiele…

Beliebte Klassiker

Klassiker sind sind nach wie vor beliebt: Obwohl sprichwörtlich «jedes Kind» «Monopoly» kennt, wird es in der Ludothek Herisau immer gerne mit nach Hause genommen. Mittlerweile gibt es unzählige Versionen des Spiels, darunter eines in 3D. Weitere gern gespielte Klassiker sind «Scrabble» oder «Lotto», «Das verrückte Labyrinth» und «Die Siedler». Ein «Eile mit Weile» aber, man möchte es fast die Mutter aller Gesellschaftsspiele nennen, sucht man vergebens. Fast alle haben dieses Spiel selbst zu Hause, so dass es im Angebot der Ludothek überflüssig ist.

Weniger Zeit für Spiele

Es sind die PC-Spiele und Konsolen, die das Gesellschaftsspiel in den vergangenen Jahren in den Hintergrund gedrängt haben. Es ist aber auch eine Tatsache, dass Familien heute weniger zusammensitzen und spielen als früher. Die Herisauer Ludothekarinnen Daniela Schuler und Astrid Eichmüller stellen einen Rückgang in der Ausleihe fest; etwas über 10 300mal haben sie ihre Produkte im vergangenen Jahr nach Hause mitgegeben. «Schuld» am Rückgang sind aber nicht nur die elektronischen Medien und die gesellschaftliche Veränderung. Die Anforderungen an Gesellschaftsspiele sind heutzutage hoch: Ein Spiel muss rasch verständlich, die Gebrauchsanweisung darf nicht ellenlang sein und das Spiel selbst darf nicht zu lange dauern. Ausserdem soll es schön aussehen: Ein farbenfroher Spielplan, der eine Geschichte erzählt, spricht mehr an als ein einfaches schwarzes Brett. Alles Anforderungen, dem nicht jedes Spiel gerecht wird. Es lohne sich aber, sich auch einmal etwas mehr Zeit für ein auf den ersten Blick unattraktives Spiel zu nehmen, sagen Daniela Schuler und Astrid Eichmüller. Auf der Internetseite www.spielkult.de werden Spiele getestet und deren Inhalt übersichtlich dargestellt. Von einigen kann man in einem Video sehen, wie sie funktionieren.

Spiele-Empfehlungen

Die Herisauer Ludothekarinnen empfehlen einige Spiele: «Der Name der Rose» (ab 10 Jahren) nach dem gleichnamigen Buch von Umberto Eco ist ein Exempel für ein eher kompliziertes Spiel. Bei dem Kriminalspiel geht es um Verdächtigungen, Spekulationen und das Verwischen seiner Spuren.

Ein Spiel, das nicht sonderlich «amächelig» aussieht, aber vor allem Grübler viel Spass bereiten dürfte, ist «Zatre» (ab 8 Jahren). Das Brett sieht aus wie beim «Scrabble», die Steine erinnern an «Domino».

Zusammen gibt das ein Legespiel, bei dem es um die Summe der Augen auf den Steinen geht.

«Montego Bay» (ab 8 Jahren) ist das pure Gegenteil: Der Spielplan ist aufwendig gestaltet, die Geschichte interessant: Es geht darum, möglichst viele Fässer Rum auf das Schiff, das im Hafen der «Montego Bay» liegt, zu laden. Taktik und Glück führen zum Ziel.

Beim Legespiel «Ubongo» (ab 8 Jahren) gewinnt derjenige mit dem besten räumlichen Vorstellungsvermögen.

Für «Tonga Island» (ab 6 Jahren) braucht es ein gutes Gedächtnis, denn der Spielplan wird je nach Spielzug verändert. Hier reist man von Insel zu Insel und sucht nach Schätzen.

Die Ludothek Herisau veranstaltet drei öffentliche Spielabende pro Jahr. Der nächste findet am Montag, 15. Februar, ab 19 Uhr in der Ludothek (Poststrasse 9) statt. Vier Spiele können getestet werden. www.biblioherisau.ch