Riesiger Einsatz für den Nachwuchs

TENNIS. Belinda Bencic spielte trotz Out im Viertelfinal am US Open ein sensationelles Turnier. Der Weg an die Weltspitze ist aber lang und steinig. Es braucht Talent, Glück und gute Nachwuchstrainer. In dieser Beziehung darf sich der Tennisclub Gähwil seit Jahren auf Peter Holenstein verlassen.

Beat Lanzendorfer
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Im Tennis ist es wie in anderen Sportarten auch – alle fangen einmal klein an. Und auch hier gilt: Ohne Menschen, die sich des Nachwuchses annehmen, geht gar nichts. Der Tennisclub Gähwil hat das Glück, dass er mit Yannick Forrer, Esther Bigger und Peter Holenstein drei ausgewiesene Trainer in seinen Reihen weiss.

Seit zwölf Jahren dabei

Spricht man mit Peter Holenstein über Sport, kommt man an seiner Familie nicht vorbei. Sowohl er als auch Ehefrau Esther und die Kinder Fabrice und Mira spielen Tennis. Beim Sohnemann kommt noch der Fussball hinzu (FC Kirchberg, Junioren D). Im Winter zieht es alle auf die Skipisten, die Eltern sind zusätzlich noch mit den Langlaufskiern unterwegs. Vater Peter war ursprünglich Fussballer beim FC Kirchberg, wo er es nach den Junioren in die 1. Mannschaft schaffte. Highlight war die Zeit in der 2. Liga Mitte der Achtziger- Jahre. Bereits mit 27 Jahren hängte der jetzige Postangestellte seine Stiefel an den Nagel und wendete sich seiner neuen Leidenschaft zu – Duathlon. «Ich war zweimal Teilnehmer der Duathlon-WM (Powerman) in Zofingen.» Der heute 49-Jährige trainierte wöchentlich gut zehn Stunden, um auf der Originalstrecke (10 Kilometer laufen, 150 Kilometer Velo fahren, 30 Kilometer laufen) konkurrenzfähig zu sein. Nach der Geburt der Kinder setzte er die Prioritäten neu. So absolvierte er vor zwölf Jahren den J+S-Tennistrainerkurs und engagiert sich seit dieser Zeit für den Nachwuchs. Allein der oben erwähnte Haupttitel lässt erahnen, wie viel Zeit Peter Holenstein jede Woche für die tennisbegeisterten Kinder aufwendet.

Elf Stunden die Woche

Am Montag ist er von 17 bis 19 Uhr, zu denselben Zeiten am Dienstag, am Mittwoch von 14 bis 20 Uhr sowie am Donnerstag von 19 bis 20 Uhr auf dem Gähwiler Tennisplatz anzutreffen. «Ich mache es gerne, zudem durften wir in den letzten zwölf Jahren einen gewaltigen Zulauf verzeichnen. Zu Beginn meiner Tätigkeit betreute ich 24 Kinder, heute sind es 50.» Mit denjenigen von Esther Bigger und Yannick Forrer zählt die Nachwuchsabteilung heute rund 70 Jugendliche und Kinder im Alter zwischen 6 und 18 Jahren. Sein Engagement hört am Ende der Trainings aber nicht auf. Er organisiert auch die Clubmeisterschaft, ist Begleiter der Nachwuchs-, Junioren- und Interclubturniere und stellt ebenso den jährlich stattfindenden Jugendtreff auf die Beine. Bei letzterem sind alle Jugendlichen im August eingeladen, ob mit oder ohne Erfahrung im Tennis auf der Anlage in Gähwil zu schnuppern.

Selber noch aktiv

Nebst seinem Engagement für die Jugend spielt Peter Holenstein selber noch bei den Jungsenioren. Der R5-Klassierte bildet eine Interclub-Mannschaft mit Edi Heeb (Präsident des TC Gähwil), Rolf Zweifel, Mischa Zehnder, Boris Rohr, Jürg Baumann und Uwe Hubmann. Die Saison neigt sich nun dem Ende zu und als letzter Freiluftakt gilt der Schlussanlass, der immer am letzten Freitag im September vor den Herbstferien zur Austragung gelangt. «Nachher wird es auch für mich ruhiger, denn in den Wintermonaten erteile ich keine Trainingsstunden. Diese Zeit nutze ich intensiv, um mich dem Skifahren, Langlaufen und Joggen zu widmen. Aber natürlich kommt auch etwas Hallentennis in Rickenbach hinzu.»

Auf die Frage, welches Talent durch seine Schule ging, fällt unweigerlich der Name Nina Stadler. Das 19jährige Kirchberger Ausnahmetalent ist zurzeit die 782 der Weltrangliste und hat durchaus das Potenzial für Höheres. Der Tennisclub Gähwil feierte 2008 sein 30jähriges Vereinsbestehen. Bei engagierten Trainern, wie es Peter Holenstein ohne Zweifel ist, muss dem Club keine Bange vor der Zukunft sein.