Melancholie und alltäglicher Irrsinn

Dieses «Päch» war ein absoluter Glücksfall. Selten ist am Schweizer Kleinkunst-Himmel ein so glänzendes Gestirn so unerwartet aufgegangen wie das Duo Schertenlaib & Jegerlehner. Dabei waren sie keine ganz Unbekannten mehr.

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UNTERWASSER. Michel Gsell (Schertenlaib) war mit seinen poetischen Sprachspielereien und Gerhard Tschan (Jegerlehner) mit seinem Clowntheater bekannt. Doch der grosse Coup ist ihnen erst gemeinsam gelungen: Berndeutsche Weltlieder voller Witz, Verrücktheit und Nostalgie. In «Päch», ihrem ersten abendfüllenden Programm, versprechen sie «e chli Tanzmusig» und Auftragsgedichte. Das klingt unverblümt harmlos, doch die künstlerischen Gravitationsgesetze sind ausgehebelt und neue Begriffe wie «federschwer» oder «erdenleicht» müssen erfunden werden. Charme, Schalk und eine fabelhafte Musikalität sind die Hauptinstrumente der beiden Klang-Künstler. Schertenlaib beherrscht zudem Schlagzeug, Ukulele und Melodika, Jegerlehner ist versiert in Handorgel, Mundharmonika und Trompete. Und natürlich singen sie beide. Aber was heisst hier «singen»? Sie jodeln, gurgeln, zwitschern, murmeln, rocken. Dass der Zweitling nicht anders als «Schwäfu» heissen kann, ist einleuchtend. Denn die Beiden halten zusammen wie Pech und Schwefel. (pd)

«Schwäfu» mit Schertenlaib und Jegerlehner, Samstag, 10. August, Zeltainer Unterwasser, Tür und Bar ab 19 Uhr offen, Beginn 20 Uhr, Vorverkauf unter der Nummer 079 337 66 61 oder auf www.zeltainer.ch