Konzert mit Dudelsack-Begleitung

Die Musig Bütschwil lud ein und die Bevölkerung strömte herbei. Das Chlauskonzert hat eine lange Tradition. Und dass der St. Nikolaus samt Esel draussen vor der Turnhalle Dorf auf die Kinder wartet, auch.

Cecilia Hess-Lombriser
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BÜTSCHWIL. Die Akustik in der Turnhalle Dorf ist zwar nicht optimal, dafür ist sie gross genug, um alle aufzunehmen, die das Konzert der Musig Bütschwil hören wollen, und am Sonntagabend wollten dies wiederum viele. Sogar Kinderwagen wurden in die Halle gestossen. Es schien, als wollten alle dabei sein und den prächtigen Tag ebenso prächtig ausklingen lassen. «Unter der Leitung unseres Dirigenten Christoff Berger haben wir für Sie ein abwechslungsreiches Programm einstudiert», hiess es im gedruckten Programm, und genau das machte das Konzert angenehm und hörenswert. Die Auswahl der Werke war ausgewogen und das Besinnliche folgte als Choral Nöel erst als Zugabe ganz am Schluss. Mit einem schmissigen und doch spielerisch melodiösen Marsch machte das Korps mit auffallend vielen jungen Musikantinnen und Musikanten den Auftakt. Es spielte «Das Abzeichen» von Stefan Marinoff. Der Kontrast dazu folgte mit «Forest Gump» von Alan Silvestri. Das Piccolo und die Klarinetten begannen, dann folgten die Querflöten und ein Register und das andere. Im gemächlichen, dahinplätschernden Tempo, um dann die Spannung zu steigern und überzugehen in ein dynamisches, kraftvolles Spiel und in einen klaren und forschen Rhythmus. In solchen Parts ist die Musig Bütschwil stark. Das dynamische und spannungsvolle Spiel scheint ihr zu liegen.

Der Dudelsackspieler

Stefan Nagel, der Präsident der Musig Bütschwil, begrüsste und am Schluss hiess er die Jungmusikanten Nicole Koller, Querflöte; Lukas Schönenberger und Thomas Schönenberger, beide Trompeten, willkommen. Sie spielten zum ersten Mal in einem Konzert mit. Zum 45. Mal spielte hingegen Martin Mauchle mit. Der Posaunist hatte zusammen mit Bruno Näf und Stephan Gmür ein Solo in «Blades of Toledo» von Trevor Sharpe. Ein messerscharfes Werk, das die Klingen der spanischen Stadt als Thema aufnimmt. Toledo ist die Stadt der Schwerter- und Messerschmiede. Die drei Posaunisten röhrten regelrecht von der Bühne, und ihr Spiel brachte ihnen einen grossen Applaus ein. Zu Eidgenössischen Veteranen sind vor einem Monat Franziska Bösch und Oskar Stillhart ernannt worden. Die Musikantinnen und Musikanten wechselten sich bei der Programmansage ab. Bei «Amazing Grace» kam der Protagonist dieses Werkes durch die Halle geschritten. Im Tempo seines Spiels auf dem Dudelsack. Der 27jährige Dominik Broger aus Schwellbrunn spielte in diesem Stück und später in «Highland Cathedral» die Hauptrolle. Broger spielt seit fünf Jahren Pipes und ist im September Schweizer Meister geworden. An den Appowila Highland Games in Abtwil gewann der Schwellbrunner in der Kategorie Beginners Slow Air. Und die Kinder in der ersten Reihe hielten sich die Ohren zu.

Vielseitige Musikanten

Mit überraschenden Einlagen ging es weiter. Aus den eigenen Reihen formierte sich eine Oberkrainer Gruppe mit Trompete, Klarinette, Akkordeon, Gitarre und Horn. Mit «Auf der Autobahn» ging die Post ab, auch im Saal. Und wieder wechselte die Musig Bütschwil abrupt. In «Pacific Dreams» von Jacob de Haan werden die Erlebnisse von Miguel, einem reisenden Komponisten aus Spanien, beschrieben, der sich von seinem Heimatland ziemlich entfremdet fühlt und durch ein Gebiet Sydneys schlendert. Auf einem kleinen Markt entdeckt er den Druck eines Gemäldes, «Pacific Dreams». Das Werk ist vierteilig: Maestoso, Steady Rock, Andante Lamentoso und Allegro. Die Musik gleitet zwischen Realität und Traum und Phantasie hin und her. Die Perkussionsinstrumente fallen auf. Malerisch wirkt die Musik in einigen Teilen und sie geht etwas Grossartigem entgegen, und das Tempo nimmt zu. Die Musig Bütschwil setzte das Werk gekonnt und spannungsreich um. Sie erreichte einen Orchesterklang. Der Eindruck, eine geschickte Auswahl getroffen zu haben, verstärkten «Where Eagles Soar» und «We Are The Champions» noch. Ein Marsch der feinen Art – «ein schöner Konzertmarsch» – wie Insider ihn definieren, schloss das Chlauskonzert ab. Draussen gab es bei Minusgraden Glühwein für die Grossen und Punsch für die Kleinen, dazu Leckereien aus dem Chlaussack.