«Keine Angst, aber Respekt»

Die bevorstehende Sanierung der St. Gallerstrasse macht den Gossauer Fachgeschäften Bauchweh. Statt zu klagen, ergreifen sie die Initiative und gründen eine Projektgruppe.

Marion Loher
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GOSSAU. Ab März wird Gossaus Zentrum zur grossen Baustelle: Der Kanton erneuert die Werkleitungen der St. Galler- und der Herisauerstrasse, die Stadt wertet ihre Mitte auf. Für die Anwohner und die Fachgeschäfte entlang der Hauptverkehrsachse durch Gossau bedeutet das viel Baulärm, jede Menge Staub sowie eingeschränkte Zufahrts- und Parkplatzmöglichkeiten – während fünf Monaten. Und das bereitet den Fachgeschäften Sorgen. «Wir müssen mit Einbussen rechnen», sagt Patrick Ammann von der Pius Schäfler AG.

Schaden in Grenzen halten

Ammann ist Geschäftsleitungsmitglied der Pius Schäfler AG und im Vorstand des Vereins Fachgeschäfte Gossau-Andwil-Arnegg tätig. Gleichzeitig ist er Ansprechperson jener Projektgruppe, die sich unlängst aus dem Vorstand der Fachgeschäfte formiert hat. Gegründet worden war sie, um die «Bauphase Zentrumsgestaltung» zu begleiten. Das heisst: «Wir suchen gemeinsam nach Lösungen, damit wir die Strassensanierung ohne grösseren finanziellen Verlust überstehen», sagt Ammann, dem mit René Wirth (Wirth Mode AG) und Marco Widmer (Widmer Uhren und Schmuck) sowie Marco Jäger (Jäger 2-Rad AG) und Jürg Sennhauser (Külling Optik AG) vier weitere Vorstands- respektive Vereinsmitglieder zur Seite stehen. Zurzeit werden die einzelnen Fachgeschäfte entlang der St. Gallerstrasse per Mail angeschrieben und über die Ideen und Ziele der Projektgruppe orientiert. Noch kann Ammann nichts zur Resonanz der Geschäfte sagen, der elektronische Versand habe erst kürzlich stattgefunden.

Eine «riesige» Aufwertung

Das Augenmerk der Projektgruppe liegt bei der Information der Bevölkerung. «Sie muss wissen, wo sich die Gratisparkplätze befinden», sagt Ammann, «wie eine Zufahrt möglich und welches der kürzeste Weg zu den Geschäften ist.» Ausserdem gebe es Aktionen, Rabatte, Anlässe und Wettbewerbe. «Wir hoffen, dass uns unsere Kundinnen und Kunden auch während der Bauzeit die Treue halten.» Ob ihm denn die bevorstehenden Monate Angst machten, möchte man vom Geschäftsmann wissen. Er schüttelt den Kopf. «Angst nicht, aber wir haben grossen Respekt vor dem, was kommt.» Und sie möchten gewappnet sein, deshalb gingen sie präventiv vor und hätten die Initiative ergriffen. Denn jammern wollten sie nicht. Auch soll nicht der Eindruck entstehen, er und die anderen Fachgeschäfte würden sich nicht über die Neugestaltung des Stadtkerns freuen. Im Gegenteil. Das Endresultat gefällt, ist eine «super Sache». Das neue Zentrum sei eine «riesige» Aufwertung für die Stadt Gossau, und am Ende würden sicherlich auch die Geschäfte profitieren, ist Ammann überzeugt.