In eine andere Welt und zurück

«Bine ati venit în România, bine ati venit în Transilvania», das hiess es für das Jugendorchester «il mosaico» vom 8. bis 17. Mai – willkommen in Rumänien, willkommen in Siebenbürgen.

Anaïs Lienhart
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Der Chor Codex Apulum und das Jugendorchester «il mosaico» konzertierten gemeinsam in der Orthodoxen Kathedrale Sibiu/Hermannstadt. (Bild: pd)

Der Chor Codex Apulum und das Jugendorchester «il mosaico» konzertierten gemeinsam in der Orthodoxen Kathedrale Sibiu/Hermannstadt. (Bild: pd)

«Bine ati venit în România, bine ati venit în Transilvania», das hiess es für das Jugendorchester «il mosaico» vom 8. bis 17. Mai – willkommen in Rumänien, willkommen in Siebenbürgen.

Für die meisten stellte die Reise nach Rumänien einen Ausflug in Ungewisse dar. Schliesslich ist Rumänien bei uns zwar häufig in den Schlagzeilen, jedoch eher selten positiven Nachrichten. Daher wurde die Ankunft mit Spannung, aber auch Anspannung erwartet. Nach einem ganzen Tag im Reisebus kam das Orchester in Alba Iulia an. Für einige stellte dies das lang ersehnte Wiedersehen mit ihren ehemaligen Gästen dar (Austausch 2014), welche nun als Gastgeber agierten, für andere das erste Zusammentreffen mit ihrer Gastfamilie. Übernachtet wurde im Verlauf der Reise aber nicht nur in Gastfamilien, sondern auch im orthodoxen Kloster St. Dimitrios. In der Woche besuchte «il mosaico» einige der schönsten Orte Rumäniens: das verträumte Kleinod Schässburg/ Sighisoara, die zweitgrösste Stadt des Landes, die pulsierende Grossstadt Cluj Napoca/ Klausenburg, die Kirchenburg Biertan, das K&K-Charme ausstrahlende Sibiu/Hermannstadt und natürlich in Alba Iulia die wunderbar renovierte Zitadelle aus Habsburger Zeit. «il mosaico» konzertiert mit «seinem» Programm – Dvoráks «Sinfonie aus der Neuen Welt» und Haydns 2. Hornkonzert mit dem Solisten Ivo Dudler – in Alba Iulia und Schässburg.

Die zahlreich erschienenen Zuhörer zeigten sich beide Male begeistert. Gemeinsam mit dem Chor Codex Apulum wurde in zwei ausgedehnten Proben das schon im vergangenen Jahr gemeinsam in der Schweiz aufgeführte Orthodoxe Osteroratorium von Paul Constantinescau aufgefrischt. In der Kath. Kathedrale in Alba Iulia und in der Orthodoxen Kathedrale in Sibiu strömten dann jeweils über tausend Personen zu den Konzerten herbei. Unvergessliche Abende für alle Beteiligten, besonders jener, die Reise abschliessende, in Sibiu: Noch nie zuvor in der 110jährigen Geschichte der Orthodoxen Kathedrale von Sibiu war ein Stück mit Musikinstrumenten aufgeführt worden, sind Instrumente in der Orthodoxen Liturgie doch nicht zugelassen. Nach einem gemeinsamen Abendessen mit den rumänischen Sängern hiess es kurz vor Mitternacht Abschied nehmen von den neu- oder wiedergefundenen Freunden, bevor die Rückreise in die Schweiz angetreten wurde.