GESCHICHTE: Zwinglis Leben aus Sicht seiner Frau

Der Spielfilm «Zwingli – der Reformator» wird konkret: Schauspieler Max Simonischeck soll den Kirchenmann spielen, die Deutsche Julia Jentsch dessen Frau.

Serge Hediger
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Mit Produktionskosten von 5,2 Millionen Franken dürfte «Zwingli – der Reformator» einer der teuersten (Bild: Bildmontage/PD)

Mit Produktionskosten von 5,2 Millionen Franken dürfte «Zwingli – der Reformator» einer der teuersten (Bild: Bildmontage/PD)

Serge Hediger

serge.hediger@toggenburgmedien.ch

Ein halbes Jahr nach der Ankündigung, dass das Leben des Reformators Huldrych Zwingli als Spielfilm in die Kinos kommen soll (das Toggenburger Tagblatt berichtete), wurden vergangene Woche erste Namen der Schauspieler bekannt. So soll Zwingli selbst vom schweizerisch-österreichischen Schauspieler Max Simonischeck (34) gespielt werden. Das Schweizer Kinopublikum kennt ihn aus Filmen wie «Der Verdingbub» und «Akte Grüninger». Die Frau des Kirchenmannes Zwingli indes, Anna Reinhart, soll von Schauspielerin Julia Jentsch, bekannt aus der Komödie «Kokowääh 2», verkörpert werden.

Widersprüchlicher und charismatischer Zwingli

Während das Leben und Werk Huldrych Zwinglis (1484–1531) ganze Bibliotheken füllt, ist über seine Ehefrau nur wenig bekannt: «Mehrere Jahre lang hielt Zwingli seine Beziehung zur Witwe des vornehmen Junkers Hans Meyer von Knonau geheim, ehe die beiden 1524 den Bund der Ehe schlossen. Zwingli war damals vierzig Jahre alt, seine Braut dreiunddreissig, Mutter dreier Kinder und mit Regula, Zwinglis erster Tochter, erneut schwanger», heisst es im Internetlexikon der reformierten Kirche des Kantons Zürich.

Der gebürtigen Tochter eines Zürcher Wirtepaars, Anna Reinhart (1484–1538), von historischen Quellen als «überaus schöner Mensch» beschrieben, kommt im Spielfilm mit dem Arbeitstitel «Zwingli – der Reformator» auch die zentrale Rolle zu: Aus ihrer Perspektive nämlich wird das Leben des Reformators geschildert. «In unserem Film lassen wir Zwinglis Frau Anna zu Wort kommen. Sie erzählt von ihrem turbulenten Leben an der Seite des widersprüchlichen und charismatischen Mannes», fasst Autorin Simone Schmid ihr Drehbuch zusammen. «Durch ihre Augen lernen wir Zwingli von seiner privaten Seite kennen und erleben seine Tragik mit: Dieselben Fähigkeiten, die ihn die Welt neu denken liessen, stürzten ihn am Ende in den ­Abgrund.» Und bei der zuständigen Produktionsfirma C-Films («Schellen-Ursli») heisst es, im Film werde sich Zwinglis Ehefrau nach seinem Tod an das gemeinsame Leben zurückerinnern – «ein Leben, das zwischen unendlicher Liebe und gegenseitigem Unverständnis schwankte und das ebenso von Glück wie auch von Tragik gekennzeichnet war.»

Dreharbeiten ab 2018 in Stein am Rhein

Gedreht werden soll, wie vergangene Woche ebenfalls bekannt wurde, ab Anfang 2018 im mittelalterlichen Kloster St. Georgen im schaffhausischen Stein am Rhein, wo das historische Zürich jener Zeit nachgebaut werden soll. Zwinglis Geburtshaus jedoch wird nicht zum Filmset: «Da wir die Geschichte Zwinglis ab seinem Antritt am Grossmünster in Zürich erzählen, werden wir aktiv keine Dreharbeiten in Wildhaus abhalten», sagt Produzentin Anne Walser gegenüber unserer Zeitung. «Aber als Geburtsort von Zwingli werden wir uns bezüglich unserer Marketingaktivitäten sicherlich auch etwas Gutes für Wildhaus beziehungsweise das Toggenburg überlegen.»

Mit Produktionskosten von 5,2 Millionen Franken dürfte «Zwingli – der Reformator» «einer der teuersten Filmevents der Schweizer Geschichte» werden, was vor allem auf die geplanten Massen- und Kriegsszenen zurückzuführen ist – Zwingli starb bekanntlich 1531 auf dem Schlachtfeld des Zweiten Kappeler Kriegs.

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