GERÄTETURNEN: Aufstieg in die Königsklasse

Die 14-jährige Norina Imhoof turnt für ihr Leben gern. Mitte November wurde sie Schweizer Meisterin in der Kategorie 6. In der kommenden Saison muss sie sich neuen Herausforderungen stellen.

Noemi Oesch
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Norina Imhoof während ihrer Übung an den Ringen an der Schweizer Meisterschaft 2016. (Bild: PD)

Norina Imhoof während ihrer Übung an den Ringen an der Schweizer Meisterschaft 2016. (Bild: PD)

Noemi Oesch

noemi.oesch

@appenzellerzeitung.ch

Seit mehreren Jahren reitet Norina Imhoof auf der Erfolgswelle. 2015 wurde sie Vizeschweizermeisterin im Einzelgeräteturnen. Letztes Jahr kam die Bronzemedaille hinzu und an der diesjährigen Schweizer Meisterschaft in Luzern legte Imhoof nach. Sie erhielt die Goldmedaille in der Kategorie 6 (K6). «Ich habe mich sehr über den Schweizer Meistertitel gefreut. Doch der nun vorgegebene Aufstieg in die K7 wird mich fordern», sagt Imhoof. In der kommenden Saison wird die 14-Jährige in der Königskategorie (K7) gegen teilweise 20-jährige Turnerinnen antreten. Danach gibt es nur noch die Kategorie «Damen», mit Teilnehmerinnen älter als 22 Jahre.

«In der K7 muss ich schwierigere Turnelemente darbieten», erklärt die Speicherin. Unterstützt wird sie von vielen, auch von ihrer Freundin und aktuellen K7-Turnerin Anna Frick. Frick habe an den Schweizer- Meister-Titel von Imhoof geglaubt. «Ich war unsicher und dachte, es würde knapp werden. Trotzdem schloss Anna eine Wette auf meinen Sieg ab», berichtet Norina Imhoof. Da Frick die Wette gewann, erhielt sie als Preis eine Unterschrift, der frisch gekürten Schweizer Meisterin, mit einem wasserfesten Stift auf die Stirn.

Hartnäckiges Training zahlt sich aus

Der Erfolg ist mit Aufwand verbunden. «Mit dem Getu Rehetobel trainieren wir fünfmal in der Woche in unterschiedlichen Hallen», so die Schweizer Meisterin. Je nach Halle sei die Infrastruktur für einzelne Geräte besser. Am liebsten turnt Imhoof am Reck. Ihr favorisiertes Element ist der «Riesenfelgen», dabei drehen sich die Turner mit viel Spannung und Schwung um die Reckstange herum. «Weil ich am Reck gerne trainiere und mich getraue, beherrsche ich hier die meisten Elemente», erzählt die Schweizer Meisterin. Das Verbesserungspotenzial sei vor allem beim Sprung gross. «Als eher leichte und feine Person ist es für mich schwierig, viel Sprungkraft aufzubauen», so Imhoof. Unterstützt werden die Turnerinnen des Getu Rehetobel von drei Trainern. «In der nächsten Saison bin ich auf deren Hilfe und Verbesserungsvorschläge angewiesen. Da ich in der Höchstkategorie neue Elemente in die Übungen einfügen muss», erklärt Imhoof. Einige Teile aus der aktuellen Übung würden nicht mehr bewertet und können nur noch für den reibungslosen Ablauf einer Kombination eingesetzt werden.

Sieben Jahre Training, weitere folgen

Mit sieben Jahren, in der ersten Primarklasse, begann die amtierende Schweizer Meisterin mit dem Geräteturnen beim TV Teufen. Zuvor besuchte sie das Mukiturnen. «Ich brauche Bewegung. Selbst während des Lernens dehne ich oder mache Turnübungen», sagt Imhoof. Nebst den vielen Trainingseinheiten und den Wettkämpfen bringt sie die Schule unter einen Hut. Aktuell ­besucht sie die zweite Klasse in der Sekundarschule Speicher. «Nächstes Frühjahr versuche ich die Kantonsschulprüfungen», so die Geräteturnerin.

Bleibe sie gesund und unverletzt, so erhofft sie sich noch viele weitere gelungene Wettkämpfe. «Mein Ziel ist es, auch im nächsten Jahr die Qualifikation für die Mannschaft, welche an die Schweizer Meisterschaft reist, zu schaffen», erklärt Imhoof. «Als Vollblut-Turnerin arbeite ich stets an neuen Zielen. Ich nehme die Herausforderungen der kommenden Saison an und werde mein Bestes geben.»