Für die Zukunft gewappnet

Ab dem 1. Mai ist der Stützpunkt der Spitex Neckertal im umgebauten Haus am Necker in Brunnadern zu finden. In den neuen Räumlichkeiten und mit komplettiertem Team ist sie für kommende Herausforderungen gut gerüstet.

Urs M. Hemm
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Nach wie vor ein Tabu, jedoch ein alltägliches Problem: Inkontinenz. Ruedi Flotron und Brigitte Krebser sprachen an der Spitex HV Klartext. (Bilder: Urs M. Hemm)

Nach wie vor ein Tabu, jedoch ein alltägliches Problem: Inkontinenz. Ruedi Flotron und Brigitte Krebser sprachen an der Spitex HV Klartext. (Bilder: Urs M. Hemm)

MOGELSBERG. Das Gesundheitswesen stehe wegen der dauernd ansteigenden Kosten schon seit längerem im Fokus der Öffentlichkeit und der Politik. «Die Ziele, die mit der Umsetzung der neuen Pflegefinanzierung hätten verfolgt werden sollen, wurden jedoch aus verschiedenen Gründen nicht erreicht», sagte Präsidentin Regina Göldi den 39 Anwesenden in ihrer Einleitung zur 7. Hauptversammlung der Spitex Neckertal im «Löwen» Mogelsberg. Erfreulicher war da die Mitteilung, dass sich das Stützpunktteam mitten im Umzugsstress an ihren neuen Standort im Haus am Necker befinde und dass alles sehr gut verlaufe. Dennoch fanden Stützpunktleiter Ruedi Flotron und Brigitte Krebser die Zeit, einen Exkurs zum Tabuthema «Inkontinenz» vorzubereiten.

Team wieder komplett

Soziale Gerechtigkeit werde insbesondere im Gesundheitswesen zu einer immer komplexeren Aufgabe für Gemeinden und Behörden, führte Regina Göldi aus. Dabei würden aber oft die eigentlichen Anliegen der Menschen vergessen gehen: Nämlich so lange wie möglich zu Hause wohnen zu können und gesund zu bleiben. «Ambulante Pflege ist nach wie vor um einiges günstiger als stationäre Pflege.» Damit die Kosten aber trotz der geforderten Qualität im Rahmen bleiben, seien Versorgungsnetze im Sinne von ambulant und stationär gefordert, worin die Spitex eine grosse Rolle spielen werde, erläuterte Regina Göldi.

Sie sei überzeugt, dass die Spitex Neckertal diese Rolle herausragend ausfülle werde, zumal das Team nach den Abgängen von Agi Roth und Heidi Keller mit Monika Beer eine berufserfahrene Fachperson haben anstellen können. Somit sei das Team mit fünf Pflegefachpersonen wieder komplett. «Es hat sich aber einmal mehr gezeigt, wie schwierig es geworden ist, diplomiertes Pflegepersonal zu finden», sagte Göldi.

Inkontinenz: Ein Tabu brechen

Ruedi Flotron und Brigitte Krebser griffen dann ein Thema auf, das zwar weitgehend tabu ist, dem sie aber in ihrer Arbeit täglich begegnen: Inkontinenz, also Blasenschwäche. Betroffene sprechen aus Scham nicht darüber und getrauen sich aus Unsicherheit oft nicht mehr unter die Leute, was früher oder später zu Vereinsamung führen könne. «Doch auch wenn Sie jemanden haben, mit dem Sie über dieses Thema reden können, gehen Sie zum Arzt und reden Sie mit ihm darüber», empfiehlt Ruedi Flotron mit Nachdruck. Heute könne Blasenschwäche oft durch einfache gynäkologische oder urologische Eingriffe behoben werden. Sollte das jemand nicht wollen, gebe es mittlerweile in verschiedensten Grössen und Varianten Einlagen. «Diese sind zwar teuer», sagte Brigitte Krebser, «wenn Sie sich aber Ihre Inkontinenz vom Arzt bescheinigen lassen, bezahlt die Krankenkasse einen grossen Teil an die Kosten.» Zudem sei es nicht nötig, in den Supermarkt zu gehen, um die Einlagen zu kaufen. Diese könnten auch über die Spitex oder direkt beim Hersteller bestellt werden. Wichtig sei aber in erster Linie, darüber zu sprechen, das Tabu zu brechen. «Denn, sitzen Sie an einem Tisch mit vier Personen, hat es mindestens eine darunter, die dasselbe Problem hat wie Sie.»

Ausgeglichene Rechnung 2014

Die Rechnung der Spitex Neckertal schloss 2014 ausgeglichen ab. «Bei einem budgetierten Aufwand von rund 710 000 Franken lagen die effektiven Ausgaben in der Höhe von 687 000 Franken um 23 000 tiefer», erläuterte Kassiererin Anni Bleiker die Zahlen. Zurückzuführen sei dies vor allem auf tiefere Aufwendungen in den Bereichen Besoldung Fachpersonal und Verwaltung sowie auf tiefere Kosten im Konto Aus- und Weiterbildung. Hingegen höher als budgetiert fielen die Kosten in den Bereichen Büromaterial und EDV aus. Für 2015 sind Ausgaben in der Höhe von knapp 720 000 Franken vorgesehen. Insbesondere höhere Mietkosten am neuen Standort im Haus am Necker und höhere Ausgaben für eine neue EDV-Anlage schlagen dort zu Buche, sagte Anni Bleiker.

Protokoll, Jahresberichte sowie Budget wurden einstimmig angenommen. Ebenfalls wurde eine Erhöhung des Jahresbeitrages von 25 auf 30 Franken beschlossen.

Regina Göldi Präsidentin Spitex Neckertal

Regina Göldi Präsidentin Spitex Neckertal