Einschulung in Doppelklassen

Mit einem neuen Einschulungsmodell in Doppelklassen will man den individuellen Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler noch besser gerecht werden.

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HERISAU. Neben dem Oberstufenmodell Neigung hat die Schule Herisau nach den Sommerferien auch ein neues Einschulungsmodell eingeführt. Die Kindergärtler treten nun nach dem Kindergarten in eine Doppelklasse ein, in der Erst- und Zweitklässler gemeinsam unterrichtet werden, heisst es in einer Mitteilung.

Lernen wird leichter

Das neue Einschulungsmodell der Schule Herisau wird den individuellen Fähigkeiten und Bedürfnissen der Kinder gerecht und bietet allen Kindern gute Lernsituationen.

Für Kinder mit zusätzlichem Förderbedarf stehen spezielle Ressourcen zur Verfügung. Geeignete Arbeitsbedingungen im Schulzimmer oder im Lernatelier erleichtern gemeinsames Lernen, ermöglichen eine intensive Zusammenarbeit und bieten Raum für Innovationen. Um der Verschiedenheit der Kinder gerecht zu werden, braucht es neben der individuellen Förderung auch eine strukturelle Offenheit: zum Beispiel das Überspringen eines Schuljahres, das dritte Kindergartenjahr und die Integration von Kindern, die teilweise schulfähig sind und eine besondere Förderung brauchen.

Für die teilweise schulfähigen Kinder, die früher im Schulhaus Landhaus oder im Schulhaus Langelen die Einführungsklasse besuchten, besteht nun die Möglichkeit, die ersten beiden Primarklassen in drei Jahren zu absolvieren und so bei der gleichen Lehrperson zu bleiben. Dabei werden sie durch eine Schulische Heilpädagogin begleitet, erklärt Claudia Thommen, Schulleiterin und ehemalige Einführungsklassenlehrerin.

Kinder nicht überfordern

Lehrpersonen und Schulische Heilpädagoginnen haben sich in Weiterbildungen auf die neue Situation vorbereitet und miteinander vielfältiges neues Unterrichtsmaterial hergestellt. «Ich habe sehr viel Zeit investiert, aber das hat sich gelohnt. Das neue Modell gefällt mir. Im Zentrum steht die Entwicklung des Kindes und nicht das Lehrmittel», so Martin Schweizer, Lehrer einer 1./2.-Doppelklasse im Schulhaus Waisenhaus.

«Schneller Lernende werden durch langsamer Vorankommende nicht gebremst», ergänzt die Schulische Heilpädagogin Brigitte Raschle, «weil wir noch besser auf die individuellen Fähigkeiten eingehen können. In stetem Austausch können Lehrperson und Schulische Heilpädagogin die Ziele so stecken, dass die Kinder stets gefordert, aber nicht überfordert werden.» (gk)