Eine Heimkehr besonderer Art

Die letztes Jahr im Festspiel zum 500-Jahr-Kantonsjubiläum integrierten Figuren im Stil von Sophie Taeuber-Arp sind an den Ort ihres Entstehens zurückgelangt: Nach Trogen – und in die RAB-Bar.

Martin Hüsler
Drucken

TROGEN. Wir alle begegnen der Dame ausgesprochen gerne, ohne dass wir uns dessen eigentlich gross bewusst wären. Diese Begegnungen vollziehen sich immer dann, wenn wir eine Fünfzigernote in Händen halten. Den Geldschein schmückt nämlich ein Porträt von Sophie Taeuber-Arp, jener Künstlerin mit appenzellischem Bezug, die einen Teil ihrer Kindheits- und Jugendjahre in Trogen verbrachte.

Im Festspiel präsent

Dieser Sophie Taeuber-Arp konnte man letztes Jahr auch in Hundwil begegnen, beim Festspiel «Der dreizehnte Ort» anlässlich der Aktivitäten zum 500-Jahr-Kantonsjubiläum. Es hiess damals vom Festspiel, es erinnere «in vielerlei ineinandergreifenden Erzählsträngen an die Gestaltungskraft vieler einfacher, aber auch bedeutender Persönlichkeiten der beiden Kantone im Laufe der letzten 500 Jahre». Der Bedeutung Sophie Taeuber-Arps erwies man die Reverenz, indem in einer Sequenz des Festspiels Figuren in Erscheinung traten, denen die Gestaltungskraft der Künstlerin zu Gevatter stand.

Sophie Taeuber-Arp hatte 1918 für das Stück «König Hirsch» Figuren und das Bühnenbild kreiert. Ihre damals entwickelten und gegenständlich gemachten Ideen nahm Werner Meier, Lehrer für bildnerisches Gestalten an der Kantonsschule Trogen, auf und schuf seinerseits zusammen mit Schülerinnen und Schülern des Schwerpunktfachs Musik-Zeichnen Marionetten im Taeuber- Arp'schen Stil. «Wir kamen damit einer Absicht von Festspiel- Regisseurin Liliana Heimberg entgegen, die einerseits im Spiel einer Frau aus der Kunstszene den gebührenden Platz einräumen und andererseits auch auf der Ebene des Figurentheaters agieren wollte», erinnert sich Werner Meier. «Das Schaffen Sophie Taeuber-Arps bot die Voraussetzungen dazu. Liliana Heimberg suchte deshalb Leute, die ihr Anliegen verwirklichen konnten. Im Gymnasium Appenzell und in der Kantonsschule Trogen wurde sie fündig. Uns in Trogen oblag die Gestaltung der Marionetten.»

Wohin mit den Figuren?

Nach der Dernière des Festspiels stand zunächst dahin, was mit den Figuren geschehen sollte. «Sie einfach so preis- und eventuell der Vernichtung anheimzugeben war nicht in unserem Sinn. So entschlossen wir uns, sie nach Trogen zurückzuholen und dem Bewusstsein der Öffentlichkeit zu erhalten», erzählt Werner Meier. So kamen die Figuren von Hundwil wieder nach Trogen. In neuerlichem theatralischen Mittelpunkt standen sie zunächst, als es möglich wurde, dank des Entgegenkommens und des Kunstinteresses der neuen Besitzer des Hauses an der Altstätterstrasse, in dem die junge Sophie Taeuber gewohnt hatte, in einer reizvollen Aktion das Haus regelrecht zu bespielen.

Und nun sollen die Figuren also für einige Zeit in der RAB-Bar Gastrecht geniessen. Lukas Popp von der RAB-Betriebsgruppe und Lisa Kirschbühler, einstige Schülerin der Kantonsschule Trogen und derzeit an der Hochschule für Künste in Bern Kunstvermittlung studierend, haben zusammen mit Werner Meier eine Ausstellung eingerichtet. Nebst den Figuren werden auch Fotografien präsentiert, und die Tische decken mit Informationen zu Sophie Taeuber-Arp versehene Tücher.

Am Freitag, 10. Januar, 20.00 Uhr, wird die mit einer Interaktion bereicherte Ausstellung eröffnet.