Eine etwas andere Blasmusik

Am Samstag fand sich eine erstaunliche Anzahl Musikfreunde ein, um das Albin Brun Quintett im Chössi-Theater zu hören. Albin Bruns Musik und Jean-Pierre Grüters Alpen-Fotografien ergaben eine stimmige Verbindung.

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Lichtensteig. Trotz durchaus traditioneller Besetzung – Klarinette, Saxophon, Tuba, Akkordeon und das von Marco Käppeli bewundernswert geschlagene Zeug – gab die gebotene Pilatus-Suite kaum Anlass auf die Stühle zu steigen und mitzuklatschen. Eher fühlten sich Hörerinnen und Zuschauer angenehm an das World-Saxophone-Quintett oder ab und an auch an die Bläser der Average White Band erinnert. Die Präzision des Dargebotenen liess erstaunen und bewundern.

Nur dank Insistieren des Chössi

Albin Brun erklärte dem vergnügten Publikum, dass es nur auf Grund des Insistierens von Elfie Wälly (eine der beiden Programmverantwortlichen des Chössi-Theaters) in den Genuss der Suite komme. Das letzte Mal wurde sie vor dreieinhalb Jahren aufgeführt und eigentlich in die Tiefen der Schubladen versenkt. Auch war am Samstag die letzte Gelegenheit sich dieses Zentralschweizer Massiv musikalisch vorgestellt zu bekommen.

Foto und Musik

Es müssen sehr glückliche Kühe gewesen sein, die Albin Brun beschrieb, als er das Stück «Heitertannli» komponierte und deren Glocken Pascal Bruggisser auf seinem Spielzeug-Piano so herrlich herumtrampeln liess. Oder eine furchterregende Schlucht tat sich den Hörern auf, als Marc Unternährer mit seiner Tuba Abgründe öffnete. Roland von der Flüe und Albin Brun liessen das «Widderfeld» als groovige Weide, die man lüpfig bewandern konnte, vorbeiziehen.

Dank den Bildern des Fotografen Jean-Pierre Grüter, der die konzertante Aufführung mit schwarzweissen Impressionen begleitete, ergab dieser Abend einen starken imaginären Ausflug in die Zentralschweiz. (pd)