Ein Pflasterstein als Weggefährte

Bei seiner Amtseinsetzungsfeier erhielt Kantonsratspräsident Koni Meier von seinem Vorgänger die inoffiziellen amtlichen Insignien – Landsgemeindesäbel, Tornister und Pflasterstein – überreicht. Unter den Gästen waren auch die Parlamentspräsidenten der Nachbarkantone.

Johannes Wey
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Kantonsratspräsident Konrad Meier rief bei der Begrüssung der Gäste dazu auf, die Freude an der Politik zu verbreiten. (Bild: Patrik Kobler)

Kantonsratspräsident Konrad Meier rief bei der Begrüssung der Gäste dazu auf, die Freude an der Politik zu verbreiten. (Bild: Patrik Kobler)

herisau. Als der neue Kantonsratspräsident Koni Meier am Montag die Gäste bei der Feier zu seiner Wahl begrüsste, rief er seine Kantonsratskollegen dazu auf, die Freude an der Politik weiterzuverbreiten. «Die Gesellschaft mitzugestalten, ist etwas Grossartiges», so Meier. Er hätte sich bei seinem Einstieg in die Politik nie träumen lassen, einst zum Kantonsratspräsidenten gewählt zu werden. Zur Feier seiner Amtseinsetzung erwiesen Meier zahlreiche Vertreter aus benachbarten Kantonen die Ehre: Neben der Innerrhoder Grossratspräsidentin Vreni Kölbener, ihrem designierten Nachfolger Alfred Inauen und dem Thurgauer Grossratspräsidenten Peter Kummer war auch der St. Galler Kantonsratspräsident Karl Güntzel anwesend, dessen eigene Einsetzungsfeier erst gestern stattfand.

Die Feier im Casino Herisau, die im Namen der Gemeinde Herisau von Meiers Kantonsratskollegen Paul Signer ausgerichtet wurde, wies einen straffen Zeitplan auf und war deshalb bereits um 21.30 Uhr offiziell beendet. «Wir sind der Überzeugung, dass eine Feier deutlich kürzer dauern soll als eine Kantonsratssession», kommentierte Signer. Wer allerdings noch länger verweilen wollte, war dazu ausdrücklich eingeladen.

Pflasterstein zurück in Herisau

Zuvor hatte der Herisauer Gemeindepräsident Gelegenheit, seine Freude darüber auszudrücken, dass nun wieder ein Herisauer als höchster Ausserrhoder amtet. Mit seiner Bodenständigkeit und seinem Traditionsbewusstsein, gepaart mit seiner Offenheit für Neues, sei Meier ein typischer Herisauer, so Signer.

Meiers Vorgänger als Ratspräsident, Max Frischknecht, leitete über zu «Traktandum 3 – Übergabe der amtlichen Insignien». In Ausserrhoden setzen sich diese aus einem Landsgemeindesäbel und einem Tornister mit amtlichem Papier samt präsidialer Druckvorlage zusammen. Nicht fehlen darf zudem der Pflasterstein. Gemeinhin heisse es, dieser symbolisiere die Last, die der Kantonsratspräsident zu tragen habe, sagte Frischknecht. «Mit Deiner Dossierkenntnis wird Dir der Stein wohl eher als Briefbeschwerer dienen», sprach er seinem Nachfolger Mut zu. Mit der Übergabe an Koni Meier fand der Pflasterstein seinen Weg zurück nach Herisau, seit er von Elisabeth Kunz-Langenauer, der ersten Ausserrhoder Kantonsratspräsidentin, eingeführt worden war. Meier selbst rückte nach Kunz-Langenauers Rücktritt vor sechs Jahren in den Kantonsrat nach. «Deshalb ist der Stein für mich ein Weggefährte und keine Last», erklärte Meier.

Landammann Hans Diem drückte in seinem Grusswort ebenfalls seine Freude über Meiers Wahl aus: «Mich persönlich freut es besonders, weil Du als aktiver und ich als ehemaliger Landwirt nun gemeinsam den Kanton gestalten können.» Diem wünschte Meier «die Neugier der Ziege, das Selbstbewusstsein des Hahns und die dicke Haut des Elefanten», um für die Arbeit als Präsident gewappnet zu sein.

Ehefrau bringt Ständchen

Umrahmt wurde die Feier von zahlreichen musikalischen Darbietungen: Zum Apéro spielte der Musikverein Herisau, später das Harmonika-Orchester (dem Koni Meier seit seinem 15. Lebensjahr unter anderem als Vizepräsident und Ehrenmitglied angehört) und zum Abschluss der Jodlerclub Herisau-Säge, der die Gesellschaft auch beim obligaten Landsgemeindelied unterstützte. Den Höhepunkt bildete allerdings ein humorvolles Ständchen, das Meiers Ehefrau Heidi ihrem Gatten darbrachte.