Der Landwirt an der Spitze

Seit 15 Jahren führt Konrad Meier im «unteren Buechschachen» im Osten Herisaus zusammen mit Jakob Rohner eine landwirtschaftliche Betriebsgemeinschaft. «Glücklicherweise», sagt Konrad Meier, «arbeiten wir sehr gut zusammen. Dadurch habe ich mehr Freiraum.

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Der Landwirt an der Spitze

Seit 15 Jahren führt Konrad Meier im «unteren Buechschachen» im Osten Herisaus zusammen mit Jakob Rohner eine landwirtschaftliche Betriebsgemeinschaft. «Glücklicherweise», sagt Konrad Meier, «arbeiten wir sehr gut zusammen. Dadurch habe ich mehr Freiraum.» Diesen benötigt der freisinnige Politiker auch, denn seit gestern präsidiert der Meisterlandwirt das Ausserrhoder Kantonsparlament für ein Jahr.

Der liberale Landwirt

Traditionell hatte die FDP schon immer Vertreter der Landwirtschaft in ihren Reihen. Konrad Meier ist also längst keine Ausnahme. In dieser Partei fühlt sich Landwirt Meier auch heute noch gut aufgehoben. Die FDP Ausserrhoden decke ein sehr breites Spektrum ab. Demzufolge habe es parteiintern Platz für mehrere Meinungen, sagt Meier.

Seine Wahl in den Kantonsrat erfolgte ohne vorheriges politisches Engagement auf kommunaler Ebene. Unter der Leitung vom damaligen Regierungsrat Ernst Graf arbeitete Meier aber in der Expertenkommission für das Landwirtschaftsgesetz mit. Nun steht der 46-Jährige dem Kantonsrat vor. Als Präsident möchte er den Rat bürgernah und kompetent vertreten, sagt Meier. Politik kann von allen gemacht werden. Auch als Präsident will Meier seiner Haltung treu bleiben. Gradlinig und ohne Schnörkel will er politisieren und den Rat führen. «Auf gute Vorbereitung lege ich Wert», sagt er. «Als Sitzungsleiter möchte ich dem Rat gegenüber sicher auftreten können», betont der neue Kantonsratspräsident weiter.

Als besonders interessant bezeichnet Meier die Zusammenarbeit in der Parlamentarier-Konferenz Bodensee. Im Jahr 2012 übernimmt Ausserrhoden dort das Präsidium – eine spezielle Herausforderung für Kantonsratspräsident Meier und seinen 1. Vizepräsidenten, Kantonsrat Ivo Müller (SP, Speicher). Zusammen mit den Kantonen Zürich, Schaffhausen, St. Gallen, Appenzell Innerrhoden und Thurgau sowie dem Fürstentum Lichtenstein, Vorarlberg, Bayern und Baden-Württemberg trifft sich die Konferenz jährlich zu drei Tagungen.

Kommissionen stärken

Direkt betroffen wird Meier während seines Amtsjahrs auch von der Revision der Geschäftsordnung des Kantonsrates sein. Die ständigen Kommissionen sollen gestärkt werden. Damit soll der Kantonsrat auf Augenhöhe mit dem Regierungsrat gebracht werden. Konrad Meier bezeichnet die Zusammenarbeit zwischen Parlament und Regierung als angenehm. Auf persönlicher Ebene sei die Kooperation sogar sehr gut. Bei Geschäftsvorlagen stelle er aber vielfach fest, dass der Regierungsrat einen grossen Wissensvorsprung habe. Aufgrund der vorgängig ausführlichen Erarbeitung der Vorlagen durch den Regierungsrat sei dies nachvollziehbar, sagt Meier. (bei)