«Das Positive wieder sehen»

Zur 1.-August-Feier im regionalen Seniorenzentrum Solino in Bütschwil wurde der Blick auf die Schweiz und die Welt gerichtet. Festrednerin Imelda Stadler ging dabei der Bedeutung von Symbolen – speziell von solchen aus der Schweiz – auf den Grund.

Nadine Rydzyk
Drucken

BÜTSCHWIL. Nach einer feierlichen Einstimmung durch das Alphorntrio Mühlrüti und die beiden Fahnenschwinger Daniel Widmer und Hannes Brunner war es an Imelda Stadler, die nicht nur als Gemeindepräsidentin von Lütisburg und Verwaltungsratsmitglied des Seniorenzentrums, sondern auch als Kantonsrätin sprach, ihre Gedanken zum Nationalfeiertag mit den Solino-Bewohnern und deren Gästen zu teilen. Für den Zentrumsleiter Markus Brändle war dies eine willkommene Gelegenheit, einmal nur zuhören zu dürfen, wie er verriet. Und zu hören gab es denn auch viel Interessantes rund um den Nationalfeiertag. Mit einem Blick, der sowohl rund um den Globus ging, als auch die Grundpfeiler der Schweiz nicht aus den Augen verlor, lieferte Imelda Stadler mit ihren Gedanken zum Nationalfeiertag ein erfrischendes Fundament für den weiteren Verlauf des Abends.

Erinnerungen und Rundblick

So schätzte sie nicht nur sehr, dass im Solino noch eine traditionelle Bundesfeier in festlicher Stimmung abgehalten wurde, sondern erinnerte auch an die Anfänge der Eidgenossenschaft und des Nationalfeiertags selbst. Denn dieser wird seit nunmehr 123 Jahren gefeiert, wenngleich der 1. August erst 1993 durch eine eidgenössische Volksinitiative zum arbeitsfreien Bundesfeiertag wurde. «1993 wurde vom Schweizer Volk mit 83 Prozent die 1.-August-Initiative angenommen», rief Imelda Stadler in Erinnerung und machte damit gleichzeitig dezent deutlich, was der Kern der direkten Demokratie, der die Schweiz im wesentlichen bestimmt, ganz real bedeutet.

Getreu dem diesjährigen Motto im Alterszentrum Solino ging sie daran anknüpfend auf eine Reise um die Welt und warf einen kurzen Rundblick auf die Nationalfeiertage anderer Länder. «Meistens ist es der Tag, an dem ein Staat seine Souveränität erlangte», erklärte sie. Und um die Souveränität ging es auch, als der Blick wieder auf die Schweiz gerichtet wurde. Dennoch hatte Imelda Stadler als Erinnerung an die 1.-August-Feier eine Weltkarte für das Alterszentrum im Gepäck, auf der alle Länder, die bereits von den Bewohnerinnen und Bewohnern bereist wurden, aufgerubbelt werden konnten.

Starke Frauen

Die Kantonsrätin machte sich aber auch über die gerade am Nationalfeiertag immer verstärkt in das Bewusstsein gerückten Symbole des Landes Gedanken. «Die Schweiz verändert sich laufend. So sind auch einige Schweizer Mythen gehörig am Bröckeln, wie beispielsweise das Bankgeheimnis, das wie die Schweizer Alpen wegen des Permafrostes bröckelt.» Ebenfalls werde «die Neutralität neu definiert, und zum ersten Mal sitzen seit 2008 drei Frauen im Bundesrat», so Imelda Stadler. In diesem Zusammenhang erinnerte sie nicht nur daran, dass erst 1971 das Frauenstimmrecht auf nationaler Ebene eingeführt wurde, sondern rückte auch die Helvetia und Libertas, die Göttin der Freiheit, in den Fokus. Zwei bedeutende weibliche Figuren, die nicht nur auf dem Münzgeld auftauchen.

In diesem Sinne konnte sie sich auch «viele stolze Mitbürgerinnen und Mitbürger» wünschen, «die all das Positive von unserer Schweiz sehen und nicht nur die kleinen Schwächen, und auch solche Mitmenschen, die über den Tellerrand und die Schweizer Grenzen hinaus schauen und dabei offen, aber auch kritisch gegenüber Neuem sind.»

Übrigens waren es dann auch zwei Frauen, die an diesem Abend für die Musik sorgten: Ruth Manser und Pia Fischbacher mit ihren Handorgeln. Sie unterhielten die begeisterten Solino-Bewohner und Gäste bis zum traditionellen 1.-August-Znacht, der aus Kartoffelsalat und Grillwurst bestand.