Versicherungsmarkt
Zurich-Chef: «Auto-Prämien sollen auf individuellem Fahrverhalten basieren»

Der Chef der Zurich-Versicherung befürwortet die Berechnung der Autoprämie anhand des individuellen Fahrverhaltens. Der Schweizer Markt werde sich ohnehin in diese Richtung entwickeln.

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Der Chef von Zurich will das Fahrverhalten seiner Kundinnen und Kunden messen und zur Prämienberechnung nutzen.

Der Chef von Zurich will das Fahrverhalten seiner Kundinnen und Kunden messen und zur Prämienberechnung nutzen.

Keystone

Wer schnell beschleunigt, soll mehr bezahlen: Nach diesem Prinzip könnten in der Schweiz dereinst Versicherungsprämien für Autos berechnet werden. Zumindest, wenn es nach Mario Greco, dem Chef der Zurich-Versicherung, geht. «Ich würde es begrüssen, wenn sich die Prämie stärker nach dem individuellen Fahrverhalten ausrichtete», sagte Greco in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag».

Das wichtigste Kriterium sei, wie stark jemand bremse und beschleunige. «Wenn wir dies messen, können wir eine ziemlich präzise Prognose über die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls erstellen», so Greco. Aktuell sind Autoprämien in der Schweiz von der Nationalität abhängig. Gemäss «NZZ am Sonntag» bezahlt ein Italiener bei der Zurich-Versicherung 12 Prozent mehr als ein Schweizer. Laut Greco ist die Nationalität aber «ein schlechter Gradmesser» für die Fahrweise.

Viele Kundinnen und Kunden wollen Daten gar nicht teilen

Auf die Frage, weshalb die Messung des Fahrverhaltens nicht schon zur Anwendung komme, sagte Greco, dass viele Kunden ihre Daten nicht erfassen und auswerten lassen wollen. Zudem sei die Auswertung abhängig von gesetzlichen Vorschriften. Insgesamt zeigt sich Greco aber zuversichtlich, was das neue Berechnungsmodell angeht. «Ich bin überzeugt, dass sich der Markt auch in der Schweiz in diese Richtung entwickeln wird», sagte Greco. So könne jeder Lenker sein «persönliches Risikoprofil» sehen.

Die Zurich-Versicherung ist laut dem Schweizer Versicherungsverband der grösste Versicherungskonzern der Schweiz. Allein in der Schweiz hat sie ein Prämienvolumen von rund 4 Milliarden Franken. (gb)

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