Umfrage
Die Pandemie untergräbt das Vertrauen in die Altersvorsorge

Die Folgen der Pandemie erhöhen die Sorgen der Bevölkerung in Bezug auf ihre Altersvorsorge. Dies zeigt eine neue Umfrage. Bei mehr als einem Drittel ist das Vertrauen in die berufliche Vorsorge gesunken.

Dario Pollice
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61 Prozent der Befragen machen ich Sorgen um ihr künftiges Alterseinkommen. (Symbolbild)

61 Prozent der Befragen machen ich Sorgen um ihr künftiges Alterseinkommen. (Symbolbild)

Keystone

Die Schweizerinnen und Schweizer machen sich aufgrund der anhaltenden Coronapandemie zunehmend Sorgen um ihre Altersvorsorge. Das zeigt eine am Dienstag veröffentlichte repräsentative Umfrage im Auftrag der welschen Tageszeitung «Le Temps» und des Krankenversicherers Groupe Mutuel.

Konkret haben 37 Prozent der Befragten angegeben, dass infolge der Pandemie ihr Vertrauen in das Rentensystem gesunken ist. 61 Prozent machen sich Sorgen um ihr künftiges Alterseinkommen und Drei von Vier denken, dass sie zu gegebener Zeit ihren Lebensstil sicher oder wahrscheinlich einschränken müssen, heisst es.

Gemäss der Umfrage befürchten vor allem Frauen, Selbstständigerwerbende und Haushalte mit geringem Einkommen, dass ihr Lebensstandard im Alter sinken wird. Folglich befürworten mehr als 70 Prozent der Befragten ein Obligatorium der 2. Säule für Selbstständige.

Dies deckt sich mit einer repräsentativen Umfrage der Axa. So befürchten insbesondere tiefere Einkommenssegmente, nichtberufstätige Personen und Frauen einen Mangel an Finanzen zum Zeitpunkt der Pensionierung, wie es in einer Mitteilung vom Dienstag heisst.

Keine Mehrheit für höheres Rentenalter

Mit Blick auf die bevorstehenden Reformen der Altersvorsorge lehnen 69 Prozent eine Erhöhung des Rentenalters ab. Auch in der Axa-Umfrage befürworteten lediglich 31 Prozent ein höheres Rentenalter. Ausserdem sind laut Groupe Mutuel/«Le Temps» fast zwei Drittel (63 Prozent) der Befragten gegen eine Senkung des BVG-Umwandlungssatzes.

Das Vertrauen in das Vorsorgesystem ist zwar gesunken, aber die Situation scheint aus Sicht der Befragten doch nicht ganz so düster zu sein. So haben immer noch 62 Prozent Vertrauen in das 3-Säulen-System. Am meisten Vertrauen geniesst dabei die 3. Säule: 75 Prozent vertrauen der privaten Vorsorge. Wiederum zeigt sich ein ähnliches Bild in der Axa-Umfrage: 83 Prozent der Befragten befürworten das freiwillige steuerbegünstigte Sparen.

Für die Studie der Groupe Mutuel und «Le Temps» hat das Lausanner Meinungsforschungsinstitut M.I.S. Trend eine Online-Befragung von 1224 Menschen vom 17. bis 25. Juni in der ganzen Schweiz durchgeführt. Die Studie von Axa basiert auf einer Online-Befragung von 1203 Personen zwischen dem 21. und 25. Juni.

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