Travailsuisse-Umfrage
Über 40 Prozent aller Arbeitnehmer fühlen sich oft durch die Arbeit gestresst

Frauen und Arbeitnehmende im Gesundheitsbereich gehören zu den Verlierern der Pandemie. Sie fühlen sich laut Umfrage von Travilsuisse am Arbeitsplatz durchschnittlich unwohler als vor einem Jahr.

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Arbeitnehmende im Gesundheitswesen fühlen sich an ihrem Arbeitsplatz unwohler als noch vor einem Jahr. (Symbolbild)

Arbeitnehmende im Gesundheitswesen fühlen sich an ihrem Arbeitsplatz unwohler als noch vor einem Jahr. (Symbolbild)

Sandra Ardizzone

(mg) Das «Barometer Gute Arbeit» von Travailsuisse und der Berner Fachhochschule BFH zeigt die Sorgen der Arbeitnehmer. Laut der neusten Ausgabe fühlen sich «über 40 Prozent der Arbeitnehmenden oft oder sehr häufig durch die Arbeit gestresst», heisst es in einer Mitteilung des Arbeitnehmerdachverbands vom Donnerstag. Ebenfalls gleich viele fühlen sich durch den Arbeitgeber nicht oder ungenügend in der Weiterbildung gefördert und bemängeln die Mitsprache bei den Arbeitszeiten.

Die representative Studie weist jährlich die Befindlichkeiten in diversen Punkten nach Branchen aus. Dabei zeigt sich aktuell auch ein Gefälle nach Geschlechtern: «Schon vor Corona beurteilten die Frauen ihre Arbeitsbedingungen jeweils um 1.6 bis 1.8 Indexpunkte schlechter», heisst es in der Mitteilung. Im Coronajahr habe sich dieser Unterschied nun aber auf 3.3 bis 3.8 Indexpunkte mehr als verdoppelt, so Travailsuisse. Unter der zusätzlichen Belastung leide auch das Gesundheitspersonal.

Als «zweischneidiges Schwert für die Arbeitnehmenden» wird in der Studie das Homeoffice bezeichnet. So werde von den Befragten etwa «das Wegfallen des Arbeitsweges» geschätzt, dafür habe der Druck auf «die ständige Erreichbarkeit» zugenommen. «Es ist entscheidend, dass die Fürsorgepflicht des Arbeitgebers auch im Homeoffice gilt, und es braucht ein Recht auf Nicht-Erreichbarkeit zum Schutz der Arbeitnehmenden», sagt Léonore Porchet, Vize-Präsidentin von Travailsuisse und Nationalrätin, laut Mitteilung.

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