Schweiz verbrauchte 2019 weniger Strom als im Vorjahr

Der Stromverbrauch in der Schweiz nahm im vergangenen Jahr um 0,8 Prozent ab. Gleichzeitig produzierten die einheimischen Elektrizitätswerke 6,4 Prozent mehr als im Vorjahr.

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Die Schweizer Wasserkraftwerke produzierten 8,4 Prozent mehr Strom. Im Bild: Der Limmernsee im Kanton Glarus.

Die Schweizer Wasserkraftwerke produzierten 8,4 Prozent mehr Strom. Im Bild: Der Limmernsee im Kanton Glarus.

Keystone

(gb.) 57,2 Milliarden Kilowattstunden Strom verbrauchte die Schweiz im vergangenen Jahr. Das sind 0,8 Prozent weniger als im Vorjahr – etwa so viel, wie 89'800 Haushalte im Durchschnitt pro Jahr verbrauchen. Die Zahlen teilte am Freitag das Bundesamt für Energie (BFE) mit.

Die Abnahme beim Stromverbrauch mag auf den ersten Blick überraschen. Denn sowohl die Bevölkerung, als auch das Bruttoinlandprodukt sind 2019 gewachsen. Selbst die Witterung begünstigte keine Einsparungen beim Strom – die Anzahl Heizgradtage nahm nämlich um 6,1 Prozent zu. Das BFE erklärt den tieferen Strombedarf deshalb mit einer gesteigerten Effizienz des Verbrauchs.

Wasserkraft legt leicht zu

Auf der Seite der Produktion verzeichnet es einen Anstieg um 6,4 Prozent auf 71,9 Kilowattstunden. Die Stromproduktion habe in drei von vier Quartalen über dem entsprechenden Vorjahreswert gelegen, heisst es weiter.

Am meisten zur höheren Stromproduktion beigetragen hat die Wasserkraft. Die entsprechenden Anlagen produzierten 8,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Aber auch die Kernkraftwerke produzierten – trotz Stilllegung des Kraftwerks in Mühleberg – mehr Strom. Ihr Beitrag beziffert sich auf 25,3 Milliarden Kilowattstunden, was einem Zuwachs von 3,5 Prozent entspricht. Der Anstieg sei vor allem auf die höhere Verfügbarkeit des Kernkraftwerks Leibstadt zurückzuführen, schreibt das BFE.

Die Kernkraftwerke steuerten so 35,2 Prozent zur gesamten Stromproduktion in der Schweiz bei. Der Anteil der Wasserkraft lag bei 56,4 Prozent. Erneuerbare Energie sowie die konventionell-thermischen Anlagen trugen 8,4 Prozent bei.

Mehr Exporte als Importe

Der Strom der Schweizer Anlagen wurde nicht nur im Inland gebraucht, sondern floss auch ins Ausland. Insgesamt wurden 35,8 Milliarden Kilowattstunden exportiert und 29,5 Milliarden Kilowattstunden importiert. Damit kam es 2019 zu einem Exportüberschuss von 6,3 Milliarden Kilowattstunden.