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Ivan Glasenberg tritt zurück: Glencore erhält 2021 einen neuen Chef

Glencore erhält einen neuen Chef: Ivan Glasenberg wird die Leitung des Schweizer Rohstoffkonzerns kommendes Jahr an Gary Nagle abgeben.

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Ivan Glasenberg, Chef des Schweizer Rohstoffkonzerns Glencore, in einer Archivaufnahme in Zug.

Ivan Glasenberg, Chef des Schweizer Rohstoffkonzerns Glencore, in einer Archivaufnahme in Zug.

Keystone

(sat/rwa) Bereits vor einem Jahr hatte der Chef des Schweizer Rohstoffkonzerns gesagt, sein Rücktritt könnte früher kommen als gedacht. Nun gab Glencore am Freitag bekannt, dass Ivan Glasenberg die Firmenleitung in der ersten Jahreshälfte 2021 abgeben werde. Der 63-Jährige will sich frühpensionieren lassen. Sein Nachfolger soll Gary Nagle werden, der die Abteilung Kohleförderung leitet.

«Ich bin stolz auf die grossartige Firma, die wir aufgebaut haben», wird Glasenberg in der Mitteilung zitiert. Nagle und der Südafrikaner sind alte Bekannte. Er habe mit ihm zusammengearbeitet, seit er vor zwanzig Jahren in das Unternehmen eingetreten sei, wird Glasenberg weiter zitiert. Nagle lebt zurzeit noch in Australien und wird zu Beginn des nächsten Jahres in die Schweiz ziehen, um den reibungslosen Übergang zu ermöglichen. Lorbeeren erhält Glasenberg vom Verwaltungsratspräsidenten Anthony Hayward: «Was er erreicht hat, ist einzigartig. Seine Vision schuf zwei der weltweit grössten Bergbauunternehmen - Glencore und Xstrata.»

Multinationales Unternehmen

Glasenberg hatte in Südafrika bei der Firma des legendären Rohstoffhändlers Marc Rich das Geschäft von der Pike auf gelernt hat. Bis im Mai 2011 befand sich die Firma im Besitz von rund 500 Mitarbeitern in Schlüsselpositionen. Nach dem Börsengang musste die Firma erstmals öffentlich über ihre Tätigkeit Rechenschaft ablegen. Der Börsengang macht seine bisherigen Eigentümer steinreich. Fünf Spitzenmanager sind nun Milliardäre. Der Reichste ist Konzernchef Ivan Glasenberg, dessen Beteiligung auf damals 9,3 Milliarden Dollar geschätzt wurde.

Heute arbeiten rund 160'000 Beschäftigte in rund 35 Ländern bei Glencore. CEO Glasenberg hielt Ende 2014 8,43 Prozent der Aktien, momentan sind es fast 10 Prozent. Der Konzern steht regelmässig in der Kritik wegen angeblicher Steuertricks, Menschenrechtsverletzungen und Umweltschäden.

In den letzten Jahren zeigt sich Glencore allerdings bemüht, seine Reputation zu verbessern - und sich als wichtiger Akteur für die Energiewende zu positionieren. Fast zeitgleich mit dem Chefwechsel teilte das Unternehmen mit Sitz in Baar gestern denn auch mit, bis 2050 «klimaneutral» sein zu wollen. Das heisst, die CO2-Emissionen sollen bis dann komplett kompensiert werden. Das muss der neue CEO in Angriff nehmen.