Konjunktur
Aufschwung mit Vorbehalten: Noch bleibt das Jobwunder aus

Der Post-Corona-Aufschwung dürfte die Einbrüche von 2020 in den meisten Branchen mehr als kompensieren. Doch noch sind die Chefs skeptisch, wenn es um das Einstellen neuer Leute geht.

Peter Walthard
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Noch ist die Auslastung nicht auf Vorkrisenniveau, schon steigt in der Gastrobranche die Neugründungsrate. (Symbolbild)

Noch ist die Auslastung nicht auf Vorkrisenniveau, schon steigt in der Gastrobranche die Neugründungsrate. (Symbolbild)

Keystone

Auch zum Schluss des zweiten Quartals hält die Credit Suisse (CS) an ihrer Prognose fest: Das Wirtschaftswachstum werde 2021 mit 3,5 Prozent den 2,6-Prozent-Einbruch von 2020 mehr als kompensieren, teilte das Finanzinstitut am Dienstag mit. Im Folgejahr dürfte sich das Wachstum aber bereits wieder abschwächen, auf 2 Prozent: «Die Nachholeffekte dürften zunehmend entfallen», heisst es dazu in der Mitteilung.

Grund dafür sei zum einen, dass wohl rund 30 Prozent des in der Krise gesparten Geldes nicht sofort wieder in die Wirtschaft fliessen, sondern wegen der gestiegenen Vorsicht zum Ersparten gehen werde. Da vermehrt Dienstleistungen in Anspruch genommen würden, werde sich auch die Nachfrage nach Gütern abschwächen.

Die Job-Aussichten sind deshalb nicht ganz so rosig, wie es die Wachstumszahlen versprechen: Die Ökonomen der Credit Suisse stellen einen «schleppenden Personalaufbau» fest. Dieser deute auf «eine gewisse Skepsis der Unternehmen hinsichtlich der Dauer des Erholungsbooms» hin, wie die CS schreibt.

Weniger Gäste, mehr Betriebe: Auf dem Gastromarkt wird es eng

Wenig hoffnungsvoll bleibt die Lage der Gastronomie und des Fremdenverkehrs. Die Gastronomie, die 2020 bis zu zwei Drittel ihres Umsatzes eingebüsst hatte, erhole sich nur langsam. Gleichzeitig steigt aber auch die Zahl der Mitbewerber: Die Neugründungsrate habe in diesem Jahr zugenommen, so die CS-Mitteilung. Dies obwohl es 2020 keinen Rückgang bei der Neugründungsrate gegeben hatte und wegen der staatlichen Unterstützung die grosse Konkurswelle ausblieb.

Keine Überraschungen erwartet die CS bei der Geldpolitik der SNB. Bis 2022 sei mit keinen grossen Änderungen des Leitzinses zu rechnen. Auch sei davon auszugehen, dass die SNB auf eine allfällige Aufwertung des Frankens erneut mit Fremdwährungskäufen reagieren werde.

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