Immobilienmarkt
Kaufinteressenten aufgepasst: Hypotheken werden wieder billiger

Die Hypothekarzinsen fallen wieder und liegen unter dem bisherigen Durchschnitt für das laufende Jahr. Grund dafür sind die abnehmenden Inflationsängste.

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Die Hypotheken werden aktuell wieder billiger. (Symbolbild)

Die Hypotheken werden aktuell wieder billiger. (Symbolbild)

Keystone

Die Zinssätze standen gemäss dem Hypotheken-Index von Moneyland.ch am Mittwoch bei durchschnittlich 0,95 Prozent für fünfjährige, bei 1,17 Prozent für zehnjährige und bei 1,46 Prozent für fünfzehnjährige Hypotheken. Das teilte der Online-Vergleichsdienst am Donnerstag mit. Sie liegen damit wieder unter dem bisherigen Durchschnitt für das Jahr 2021. Anfang März notierten die fünfjährigen Festhypotheken noch bei 1 und die zehnjährigen bei 1,28 Prozent.

Die fünfjährigen Festhypotheken bewegen sich damit gemäss dem Vergleichsdienst sogar nahe dem historischen Zinstief von August 2019, zehnjährige sind auf dem tiefsten Stand seit Mitte Februar. «Dass Festhypotheken wieder günstiger werden, dürfte auch damit zusammenhängen, dass die Inflationsängste etwas abgenommen haben», wird Felix Oeschger, Analyst bei Moneyland.ch, in der Mitteilung zitiert.

Ob auch die Festhypotheken mit langen Laufzeiten in diesem Jahr wieder so günstig werden wie im März 2020, sei aber noch unklar. Sie erreichten damals fast das historische Zinstief vom August 2019. «Moneyland.ch erwartet, dass die Zinssätze in den nächsten Monaten weiterhin auf tiefem Niveau bleiben», sagt Moneyland-Geschäftsführer Benjamin Manz. Je nach wirtschaftlicher Entwicklung seien aber auch wieder steigende Zinssätze nicht ausgeschlossen.

Comparis erwartet keinen «Hypozins-Schock»

Auch Comparis geht davon aus, dass es keinen «Hypozins-Schock» geben wird, wie es in einer Mitteilung heisst. «Die Märkte gehen derzeit von einem pandemiebedingten Aufflackern der Inflation aus. Mittelfristig werden sich die Inflationsraten um den Zielwert einpendeln. Davon profitieren auch Hypothekarnehmende», wird Frédéric Papp von Comparis zitiert.

Der Finanzexperte erwartet, dass die Inflation im Jahresverlauf noch weiter steige. Ursache seien unter anderem die staatlichen Hilfsprogramme für die Erholung der Wirtschaft, die ultralockere Geldpolitik der Zentralbanken sowie Lieferprobleme als Folge von Lücken in Produktionsketten, wie es weiter heisst. Er rechnet daher mit einem leichten Aufwärtsdruck primär bei den lang laufenden Hypotheken. Mittelfristig erwartet er aber keine anhaltende deutliche Erhöhung der Inflation und hält folglich stark steigende Hypothekarzinsen für sehr unwahrscheinlich. (abi)

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