Coronakrise
Auch Sportferien halfen nicht: Corona vermiest Seilbahnen weiterhin den Winter

Nach den Sportferien zeichnet sich ab: Die Seilbahnen in der Schweiz rentieren diesen Winter nicht. Der Branchenverband spricht deshalb von «Service Public» – und fordert für seine Mitglieder Unterstützung.

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Weniger Gäste als in den Vorjahren: Die Coronakrise macht den Seilbahnen zu schaffen. (Symbolbild)

Weniger Gäste als in den Vorjahren: Die Coronakrise macht den Seilbahnen zu schaffen. (Symbolbild)

Keystone

(wap) Fehlende Gastro-Angebote und Kapazitätsbeschränkungen bei geschlossenen Gondeln drücken weiterhin auf das Geschäft. Das meldet am Freitag die Branchenorganisation Seilbahnen Schweiz. Auch die Sportferien hätten die fehlenden Umsätze im Wintersport nicht wettmachen können. Konkret betrage das Umsatz-Minus Ende Februar bei den Schweizer Skigebieten gegenüber dem Vorjahr 24,3 Prozent.

Bemerkbar macht sich laut Seilbahnen Schweiz auch das Ausbleiben ausländischer Gäste. Skigebiete mit starker internationaler Ausstrahlung würden von der Coronakrise besonders hart getroffen: So verzeichneten die Skigebiete im Kanton Wallis mit 30,8 Prozent den grössten Einbruch, während das Voralpengebiet oder die Waadtländer und Freiburger Alpen besser durch die Krise gekommen sind. Hier beträgt die Umsatzeinbusse nur 4,2 Prozent verglichen mit dem gleichen Zeitraum im Vorjahr.

Verluste werden im Verlauf der Saison weiter wachsen

Ein anderes Bild zeigt der Vergleich mit dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Hier konnten die Waadtländer und Freiburger Skigebiete im Coronawinter sogar um 9,8 Prozent zulegen. Die Ostschweiz dagegen verlor 6,2 Prozent, Graubünden 7,9 Prozent und das Berner Oberland 15,6 Prozent. Mit 23,8 Prozent am stärksten betroffen ist auch in diesem Vergleich das Wallis, gefolgt von der Zentralschweiz. Hier macht sich die kantonal verfügte zeitweilige Schliessungen der Skigebiete bemerkbar: Der Umsatz sank um 22,1 Prozent.

«Generell ist davon auszugehen, dass die Verluste bei den Bergbahnen im weiteren Verlauf des Winters wachsen und sie daher vor grossen wirtschaftlichen Herausforderungen stehen», so die Einschätzung von Seilbahnen Schweiz. Aktuell sei die Rentabilität der Bergbahnen nicht gegeben. Diese erfüllten wegen ihrer Bedeutung für den Gesamttourismus eine Art «Service Public», schreibt Seilbahnen Schweiz weiter und fordert: «Es braucht die Unterstützung der öffentlichen Hand, um einen systemrelevanten Schaden für den Tourismus zu vermeiden.»