Coronakrise
Ruf nach Schutzschirm: Eventbranche beklagt Verlust von 4400 Arbeitsplätzen

Die Veranstaltungsbranche leidet massiv aufgrund abgesagten Vorstellungen. Sie geht davon aus, dass die Situation bis 2022 anhält. Deshalb fordert die Branche einen Corona-Schutzschirm.

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Abgesagt wegen Corona: Auch in der Andermatt Konzerthalle finden derzeit beispielsweise keine Vorstellungen statt. (Archivbild)

Abgesagt wegen Corona: Auch in der Andermatt Konzerthalle finden derzeit beispielsweise keine Vorstellungen statt. (Archivbild)

Keystone

(dpo) Weit und breit stehen Konzert- und Theatersäle sowie Messehallen wegen der Coronapandemie leer. Konkret seien letztes Jahr über 17'000 Projekte abgesagt worden, schreibt der Branchenverband Expo Event Suisse am Montag in einer Mitteilung. In der Eventbranche seien deswegen 2020 die Umsätze um 75 Prozent auf 3,19 Milliarden Franken zurückgegangen. 4460 Arbeitsplätze seien verloren. Die Aussagen beruhen laut dem Eventbranchenverband auf einer Umfrage bei 153 Unternehmen. Daran beteiligt waren auch Tectum, der Verband der Zeltbauer, und der Schweizer Verband technischer Bühnen- und Veranstaltungs­berufe.

Zudem sei keine Besserung in Sicht. Die Abzahlung der Covid-19-Kredite durch die Unternehmen werde noch Jahre dauern und potenzielle Auftraggeber könnten oder wollten keine Sicherheiten für künftige Aktivitäten geben. So verlängere sich die Planungsunsicherheit für die Eventbranche bis mindestens ins kommende Jahr. Und es werde weiterhin zu «horrend vielen Absagen» kommen, heisst es in der Mitteilung des Evenbranchenverbands weiter.

Aus diesem Grund fordert die Veranstaltungsbranche vom Parlament, dass dieses einen Schutzschirm für Corona-bedingte Absagen im Covid-19-Gesetz verankern soll. Nach dem Ständerat befasst sich der Nationalrat am Montag zum ersten Mal mit der Vorlage. Bereits zuvor beantragte die nationalrätliche Wirtschaftskommission, dass abgesagte oder verschobene Veranstaltungen, Messen oder Jahrmärkte vom Bund entschädigt werden sollen. Dafür sollen insgesamt 350 Millionen Franken zur Verfügung stehen.