aktionärsstreit
Swiss Steel: Kapitalerhöhung ist einen Schritt weiter

Eine Handelsregistersperre gegen die geplante Kapitalerhöhung von Swiss Steel ist vom Bezirksgericht Luzern abgelehnt worden. Ob es zu weiteren juristischen Verzögerungen kommt, ist noch unklar.

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Erringt Teilsieg gegen Viktor Vekselberg: Grossaktionär Martin Haefner. (Symbolbild)

Erringt Teilsieg gegen Viktor Vekselberg: Grossaktionär Martin Haefner. (Symbolbild)

Keystone

(wap/rwa/mim) Ein Gesuch der Minderheitsaktionärin Liwet Holding AG auf vorsorgliche Massnahmen sei vom Bezirksgericht vollumfänglich abgewiesen worden, meldete Swiss Steel am Montag. Mit dem Gesuch hatte die Liwet Holding AG um den russischen Milliardär Viktor Vekselberg eine Verlängerung der von ihr im Dezember beantragten Handelsregistersperre angestrebt. So sollte die an der ausserordentlichen Generalversammlung vom Herbst beschlossene Kapitalerhöhung um 155 Millionen Franken verhindert werden.

Liwet hatte sich auf den Standpunkt gestellt, dass mit der Kapitalerhöhung die Anteile der Minderheitsaktionäre ausgedünnt würden. Grossaktionär Martin Haefner, der rund die Hälfte der Swiss Steel-Aktien hält, käme mit der Kapitalerhöhung auf einen Anteil von 60 bis 70 Prozent. Vekselbergs Liwet hält derzeit einen Viertel der Aktien.

Anders sieht dies das Bezirksgericht Luzern. Liwet habe ihren Verfügungsanspruch nicht glaubhaft machen können, schreiben die Richter im Urteil. Das vorsorgliche Massnahmengesuch um Aufrechterhaltung der Registersperre sei deshalb abzuweisen.

Urteil noch nicht rechtskräftig

Liwet kann gegen das Verdikt des Bezirksgerichts innert zehn Tagen Berufung einlegen. «Aus prozeduralen Gründen ist daher im Moment noch nicht vollständig klar, ob bzw. wann die Handelsregistersperre aufgehoben wird», heisst es in der Mitteilung von Swiss Steel. Das Unternehmen werde alles daran setzen, dass die Kapitalerhöhung sobald wie möglich durchgeführt werden könne.

Bereits vergangene Woche hatte Liwet einen Rückschlag erlitten. Die Finanzmarktaufsicht (Finma) hatte Ende Januar entschieden, auf ein Liwet-Gesuch um Revision einer Finma-Verfügung vom Dezember 2019 nicht einzutreten. Mit dieser Verfügung wurde der Big Point Holding von Martin Haefner eine Ausnahme von der Angebotspflicht beim Überschreiten einer Beteiligung von 33,33 Prozent an der Swiss Steel Holding AG gewährt. Die Ausnahmeregelung der Finma hat damit weiterhin Gültigkeit.